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2006 REF reichen Feststellungsklage ein

REF reichen Feststellungsklage ein

 

Mit Schriftsatz vom 23.02.2006 hat unser Verein, vertreten durch den Fachanwalt Ulrich Fischer aus Frankfurt/Main, gegen die DB Klage beim Landgericht Frankfurt/Main erhoben. 

 

Nachfolgend sollen die wesentlichen Hintergründe dieses Schrittes annährend chronologisch dargelegt werden. Vorweg muss an dieser Stelle mit Nachdruck erwähnt werden, dass es überhaupt nicht im Interesse unseres Vereins und seiner Mitgliedschaft liegt, Streitigkeiten vor Gericht auszutragen. Vielmehr ist die Enttäuschung darüber riesengroß, dass unser Vertragspartner DB Museum nach dem Streit um die 042 271-7 in den Jahren 1998 bis 2000 ein weiteres Mal rechtsverbindliche Verträge einseitig missachtet und dadurch nicht nur materiellen Schaden, sondern ebenso eine Störung des aus unserer Sicht äußerst wichtigen Vertrauensverhältnisses in Kauf nimmt. Im Jahr 2000 gelang es einem Syndikus-Anwalt der DB einen drohenden Rechtsstreit noch im letzten Moment abzuwenden. Das in Folge des damals erreichten Kompromisses entstandene Vertragswerk, welches immerhin die Wiederinbetriebnahme der jahrelang abgestellten 012 100-4 mit einer finanziellen Beteiligung unseres Vereins in Höhe von 408 000,- DM ermöglichte, steht nun abermals zur Disposition. Und es sind im Wesentlichen die selben handelnden Personen wie damals, die den aktuellen Streit vom Zaun gebrochen haben. Nur scheint sich diesmal niemand innerhalb des DB Konzerns für einen Interessenausgleich stark zu machen. Im Gegenteil: Selbst jene, die noch im März 2005 den Fortsetzungsvertrag über die 012 100-4 persönlich mit uns ausgehandelt und dabei hinsichtlich des Betriebes der 012 100-4 eindeutig positive Prognosen bis über das Jahr 2009 hinaus abgegeben haben, scheren sich kaum noch um ihr "Geschwätz von gestern". Und der erwähnte Syndikus-Anwalt hat inzwischen bei der DB gekündigt. 

Doch der Reihe nach: 

Nachdem sich im Februar 2005 in Meiningen herausgestellt hatte, dass die Vollaufarbeitung des Kessels unserer 012 100-4 deutlich aufwendiger werden würde als zunächst absehbar, haben wir intensive Gespräche mit der DB geführt. Am Ende dieser Gespräche stand die gemeinsame Entscheidung, im Hinblick auf einen langfristigen Betrieb der Lokomotive einen kompletten Kesselneubau in Erwägung zu ziehen. Eben wegen dieser Aussicht auf einen langfristigen Betrieb der 012 100-4 signalisierten wir gegenüber dem DB Museum unsere Bereitschaft, uns an den Neubaukosten in deutlich höherem Maße zu beteiligen, als dieses für eine Revision des alten Kessels bereits vereinbart war. Im Vertrauen darauf, dass wir die entsprechende Zusage auch ratifizieren würden, erteilte das DB-Museum bereits Mitte Februar 2005 dem Dampflokwerk Meiningen den Auftrag zum Kesselneubau. Wir haben die DB nicht enttäuscht, sondern am 02.03.2005 auf unserer Jahreshauptversammlung in Wrist einen Fortsetzungsvertrag unterschrieben. Dieser bestimmt rechtsverbindlich, dass die Lok 012 100-4 bei einer Kostenbeteiligung des Vereins in Höhe von 100.000,00 EUR zuzüglich Mehrwertsteuer, bis Mai 2009 (mit Verlängerungsoption) in Neumünster verbleibt und von dort aus in Kooperation zwischen der DB und unseren Verein eingesetzt wird. Die Möglichkeiten einer vorzeitigen, also "außerordentlichen" Kündigung sind im § 9 dieses Vertrages geregelt und dabei wortgleich aus dem bereits bestehenden Vertrag aus dem Jahr 2001 übernommen worden. Darin eröffnet die Ziffer 3 der DB die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung für den Fall, dass der Vorstand der DB die generelle Aufgabe des historischen Dampfbetriebes mit eigenen Fahrzeugen beschließt. 

Das Dampflokwerk Meiningen arbeitete mit Hochdruck und äußerster Präzision an dem Kesselneubau und ließ sich dabei auch nicht davon irritieren, dass der Leiter des DB Museum Dr. Jürgen Franzke zwischenzeitlich versuchte, den schriftlichen Auftrag für dieses Bauvorhaben telefonisch zu stornieren. Ein weiteres Indiz dafür, dass das Projekt "Kesselneubau 012 100-4" bereits in die Mühlenräder rivalisierender Fronten innerhalb des DB Konzerns geraten zu sein schien, stellte der Boykott der professionellen Filmdokumentation dieses Vorhabens dar (siehe Vereinszeitung Nr. 70). 

Am 14.06.2005 schließlich fasste der Vorstand der DB den Beschluss, das DB-Museum zu "restrukturieren", sowie für die historischen Verkehre ein neues Betreiberkonzept zu entwickeln. Hiernach sollten sowohl die Anzahl der Museumsstandorte, als auch der Bestand an historischen Fahrzeugen reduziert werden. Die Ausgestaltung des Vorstandsbeschlusses wurde dem DB Museum selbst überlassen. Im Prinzip konnten wir einen solchen Beschluss nur begrüßen. Denn die organisatorische Aufstellung des DB Museums mit seinem Appendix DB Nostalgiereisen bedarf gerade im Hinblick auf eine Optimierung der Vermarktung sowohl der Nostalgiefahrten, als auch der Museumsstandorte insbesondere im Interesse der finanzbeteiligten Vertragspartner einer grundlegenden Neuausrichtung. Zudem hatten die tonangebenden persönlichen Animositäten zwischen den Führungskräften in Frankfurt und Nürnberg ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Dr. Jürgen Franzke, Leiter des DB Museums gab am 28.06.2005 bei der Verkündung des Vorstandsbeschlusses in Nürnberg vor, von diesem "kalt überrascht" worden zu sein und keinerlei Einfluss auf dessen Inhalt gehabt zu haben. Beides entspricht nach heutigem Stand definitiv nicht den Tatsachen. Vielmehr hat Dr. Franzke die in Rede stehende Beschlussvorlage selbst formuliert und insofern auch schon teilweise vollzogen, indem er am 27.06.2005 die Kündigung des Mietverhältnisses für den Standort Neumünster zum 31.12.2005 schriftlich gegenüber der Grundstückseigentümerin Aurelis real estate Management erklärte. 

Unterdessen ging die Aufarbeitung der 012 100-4 in Meiningen mit voller Kraft weiter. Vom DB-Vorstandsbereich Marketing wurde uns gegenüber zwischenzeitlich schriftlich erklärt, ein "Businessplan" werde erarbeitet, welcher die Umsetzung des Vorstandsbeschluss im Einzelnen regeln solle. Nie wieder haben wir von solch einem Plan etwas gehört oder gesehen. Der Vorstand der Stiftung "Bahnsozialwerk", mit dem das DB Museum im Jahr 2001 ein Kooperationsvertrag geschlossen hatte, welcher das so genannte "Standortkonzept" beinhaltete, erklärte am 01.08.2005 per Rundschreiben alle von einer Schließung ihres Standortes betroffenen Gruppen, sie sollten zunächst "keine Schlussfolgerungen" aus dem DB-Vorstandsbeschluss ziehen. Weitere Informationen würden nach Abschluss der 11. Jahresarbeitstagung der Bezirksbeauftragten folgen. Bis heute warten wir auf diese "weiteren Informationen"… 

Auf zahlreiche, in den Monaten Juni bis August 2005 an das DB Museum, den Bereich Marketing, sowie den DB-Vorstand gerichtete Schreiben, in denen wir immer und immer wieder unsere Kompromissbereitschaft erklärt haben, erhielten wir lediglich einmal eine Antwort: Im Auftrag von Bahnchef Mehdorn erklärte uns dessen Bevollmächtigter Herrmann Graf v.d. Schulenburg am 06.09.2005: "Die Herren Dr. Franzke und Dr. Klanke möchten mit Ihnen im Zuge gemeinsamer Gespräche ab September mögliche Wege der zukünftigen Zusammenarbeit erarbeiten, die wirtschaftlich tragfähig sind und Ihr ehrenamtliches Engagement berücksichtigen.". Der Inhalt dieses Antwortschreibens ließ innerhalb unseres Vereins die Hoffnung aufkeimen, dass es doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung im Sinne eines Fortbestands sowohl des Bw Neumünster als museale Einrichtung, als auch der 012 100-4 als betriebsfähige, historische Lokomotive unter kooperativer Verantwortung unseres Vereins und des DB Museums geben werde. Dass das weitere Vorgehen des DB Museums der oben zitierten Aussage diametral entgegenstehen würde, hätten wir zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten. 

Am 02.09.2005 wurde der neue Kessel der 012 100-4 erfolgreich einer Wasserdruckprobe im Dampflokwerk Meiningen unterzogen. Nach der bahnamtlichen Abnahme am 24.09.2005 verließ die Lok das Werk und beförderte am Folgetag, freudig begrüßt von einer Vielzahl von Eisenbahnfreunden und Eisenbahninteressierten, einen Sonderzug von Hannover über Osnabrück nach Münster. Im Oktober 2005 begeisterte unsere "nagelneue" Lokomotive eine breite Öffentlichkeit im Rahmen der Veranstaltung "Tempo, Takt und Dampf" in Rheinland-Pfalz. Selbst der öffentlich ausgestrahlte DB-eigene Fernsehsender "BahnTV" dokumentierte dieses Ereignis in einen ausführlichen Beitrag, in dem die neubekesselte 012 100-4 werbewirksam dargestellt wurde. Monatelang wurde diese Reportage, in der sogar unser Vereinsmitglied Volker Siewke mit einem Statement die hervorragende Arbeit des Dampflokwerks Meiningen hervorgehoben hatte, gesendet. 

Völlig fassungslos ist unser Verein, als die Nachricht vom verheerenden Brand des Lokschuppens in Nürnberg-Gostenhof am Abend des 17. Oktober mit den schockierenden Bildern diese Katastrophe eintrifft. Egal, wie man zum DB Museum steht, hier muss sofort und umfassend geholfen werden. Das ist unsere Devise, aber auch die nahezu aller Vereinigungen von Eisenbahnfreunden in unserem Land. Wir boten auf ehrenamtlicher Basis einen Benefiz-Sonderzug mit der 012 100-4 von Hamburg nach Nürnberg an, dessen Erlös dem Wiederaufbau der beschädigten Fahrzeuge zu Gute kommen sollte. Die DB lehnte diesen Vorschlag ebenso wie zahlreiche Hilfsangebote anderer Vereine kategorisch ab, beschließt und verkündet hingegen öffentlich, dass der bei diesem Brand zerstörte "ADLER" wiederhergestellt werde. Und zwar betriebsfähig…  

Zu diesem Zeitpunkt steht unser Verein sogar in Gesprächen mit dem DB Museum. Noch am 06.12.2005 trafen sich die Herren Dr. Klanke und Rethorn vom DB Museum, sowie Grünwoldt und Wolff seitens unseres Vereins in der DB-Zentrale in Frankfurt/Main, um über ein Modell für den künftigen Einsatz der 012 100-4 zu beraten. Dieses Gespräch verlief nach unserem Eindruck in sehr konstruktiver und vom ernsten Willen zu einer einvernehmlichen Lösung geprägter Atmosphäre. Nichts deutete darauf hin, dass der an diesem Gespräch beteiligte Dr. Klanke bereits zwei Tage später, nämlich am 08.12.2005 seine Unterschrift unter die Kündigung des erst am 02.03.2005 auf der Jahreshauptversammlung in Wrist unterzeichneten Fortsetzungsvertrages setzen würde. 

Unverständlicherweise trifft dieses Kündigungsschreiben erst am 20.12.2005 per Einschreiben bei uns ein. Die Kündigung sollte zum 31.03.2006 wirksam werden. Das DB Museum beruft sich hierbei auf den Vorstandsbeschluss vom 14.06.2005 und macht kurz und knapp geltend, es sei der Fall des § 9 Ziff. 3 des Fortsetzungsvertrages – "generelle Aufgabe des historischen Dampfbetriebes mit eigenen Fahrzeugen" – eingetreten. Doch diese Darstellung dürfte geradezu an den Haaren herbeigezogen sein: Die Beschlussfassung des DB-Vorstandes sieht die in Rede stehende "generelle Aufgabe" ja gerade nicht vor. Weder Veräußerung noch Stilllegung irgendeiner DB-eigenen Dampflokomotive wurde in Folge dieses Beschlusses angeordnet – mit Ausnahme eben unserer 012 100-4 in Neumünster! Explizit ist lediglich von der Entwicklung neuer Betreiberkonzepte die Rede. Und niemand anders als die DB selbst beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem weiteren Einsatz von DB-eigenen Dampflokomotiven wie der 03 1010 oder dem "Adler".  

Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Selbst wenn der in Rede stehende DB- Vorstandsbeschluss eine "generelle Aufgabe des Betriebes mit DB-eigenen Dampflokomotiven" beinhalten würde, wäre das noch lange keine Rechtfertigung für die in dieser Form vom DB Museum vorgenommenen Kündigung, denn: Es gilt der – wenn auch ungeschriebene juristische Grundsatz, dass eine außerordentliche Vertragskündigung zeitnah, d. h. unverzüglich nach Eintritt des Kündigungsgrundes, auszusprechen ist. Der geltend gemachte Kündigungsgrund ist die Willenskundgebung des Vorstandes vom 14.06.2005. Die Kündigung wurde mit Schreiben vom 08.12.2005 (uns zugegangen am 20.12.2005), also ein halbes Jahr nach Eintritt des Kündigungsgrundes, ausgesprochen. Von Zeitnähe kann da wohl kaum noch die Rede sein. 

Seit dem 08. Dezember 2005 ist die 012 100-4 stillgelegt und im Lokschuppen des Bw Neumünster abgestellt. Schlimmer noch: Der zuständige Abteilungsleiter Breuniger vom DB Museum untersagte, die Lokomotive zu bewegen, "es sei denn zum Zweck des Abtransportes nach Nürnberg". Weiß dieser Abteilungsleiter nicht, welche Schäden an den Lagern, der Federung, den Kolben, Schiebern Laufbuchsen bei längerem Stillstand einer Dampflok entstehen können? Oder wird das bei der 012 100-4 stillschweigend in Kauf genommen… 

 

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012 100-4 in der Nacht zum 01.05.2006 (Foto: V. S.)

 

Wir schrieben abermals die DB an und wiesen auf diese Sachverhalte hin. Wir boten erneut Gespräche an und unterstrichen unsere Kompromissbereitschaft – doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Wir wandten uns an die Medien und an Politiker aller etablierten Parteien der Ratsversammlung Neumünster, des schleswig-holsteinischen Landtages, sowie des Bundestages und luden diese zu einem "Runden Tisch" am 29.12.2005 in das Bw Neumünster ein. Deren mehrheitliches Credo: "Ihr müsst die DB vor den Kadi ziehen!". Den Gang zum Gericht haben wir jedoch stets als "ultima ratio", also als allerletztes Mittel formuliert. Doch die handelnden Personen beim DB Museum haben sich ganz offensichtlich zum Ziel gesetzt, die 012 100-4 einschließlich des Bw Neumünster von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Den eindrucksvollsten Beweis für diese These lieferte der frischgebackene Abteilungsleiter "Standorte und Fahrzeuge" Joachim Breuninger auf einer Pressekonferenz am 09. Februar 2006 in Neumünster. In für das DB Museum geradezu blamabler Weise verkündete er, dass man die 012 100-4 bis spätestens Ende März 2006 nach Nürnberg abtransportieren werde, weil die Lok dort als Ersatz für die beim Großbrand am 17.10.2005 zerstörte und "baugleiche 01 150" (O-Ton!!!) benötigt wird. 

Unser Hilferuf an die Öffentlichkeit, an die Medien und an die Politik blieb nicht ohne Wirkung. Am 07.02.2006 fasste die Ratsversammlung auf Antrag der SPD-Fraktion einen einstimmigen Beschluss, nach dem der Oberbürgermeister der Stadt aufgefordert wurde, sich gegenüber der DB für einen Erhalt des Museumsstandortes einschließlich der 012 100-4 einzusetzen. Am 18.02.2006 drehte das NDR-Fernsehen einen ausführlichen Bericht über die verfahrene Situation unseres Vereins und zeigte dabei sehr tiefgründig Möglichkeiten eines Weiterbetriebes der 012 100-4 auf. Der Sprecher der DB von der regionalen Pressestelle in Hamburg hatte Order, gebetsmühlenartig in die Kamera zu sprechen, dass der DB-Vorstand die "generelle Aufgabe des Betriebes mit DB-eigenen Dampflokomotiven" beschlossen habe und die 012 100-4 nach Nürnberg abtransportiert werde. Was das DB-Museum ihrem Pressesprecher jedoch nicht mit auf den Weg gegeben hatte, war ein vier Tage zuvor 16 000 mal (!!!) per Briefpost an die werte Kundschaft versandtes Rundschreiben, in dem für das Jahr 2006 ein umfangreiches Fahrtenprogramm u.a. mit DB-eigenen Dampflokomotiven angepriesen wird. Besonders süffisant an diesem Vorgang: Das Rundschreiben wurde handschriftlich von den Herren Dr. Franzke und Dr. Klanke unterzeichnet… 

Was sollten wir in dieser – juristisch eindeutigen – Situation tun? Das einseitige "sich – Lossagen" unseres Vertragspartners von verbindlich getroffenen Vereinbarungen einfach hinnehmen und sich damit abfinden, dass nicht einmal unsere Kompromissvorschläge zum Gegenstand ernsthafter Gespräche gemacht wurden? Niemand sollte uns verübeln, dass wir das wollten und nicht konnten, sondern dass wir vielmehr auf die Einhaltung langfristig angelegter Verträge und Absprachen durch das DB Museum drängen mussten und müssen. Das DB Museum konnte und kann dieses schließlich jederzeit ebenso von uns erwarten. Das Anrufen des Gerichts am 23.02.2006 war somit die Konsequenz aus dem Verhalten des DB Museums gegenüber unserem Verein. Insbesondere gegenüber der Mitgliedschaft und all jenen, die noch im vergangenen Jahr einen fünfstelligen Eurobetrag an Spenden für den Kesselneubau zusammengetragen haben, stand der Vereinsvorstand in Pflicht und Verantwortung, diese Entscheidung so zu treffen. Unberührt davon bleibt unser Bestreben, auch nach der Umsetzung dieser Entscheidung eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass das DB Museum bereit die Kündigung des Fortsetzungsvertrages zurücknimmt. 

Das weiß auch der Jurist und Oberbürgermeister der Stadt Neumünster Hartmut Unterlehberg. Er ergriff eine beispiellose Initiative und lud alle beteiligten Parteien am 05.04.2006 zu einer zeitlich nach hinten unbegrenzten Zusammenkunft in sein Rathaus ein. Die fast fünfstündige Gesprächsrunde mündete in einer gemeinsamen Erklärung, welche in einem von allen Beteiligten unterzeichneten Protokoll zusammengefasst wurde. Tenor: Alle Parteien bemühen sich um einen Fortbestand des Bw Neumünster als eisenbahnmuseale Einrichtung, sowie um einen Weiterbetrieb der 012 100-4. 

 In Folge dieser Erklärung legte das DB Museum unserem Verein den Entwurf eines Vertragswerkes für die 012 100-4 vor, welcher zwar in seinem Aufbau, sowie in der Formulierung der Präambel durchaus anerkennenswert ist. Inhaltlich sind diese Verträge allerdings völlig unakzeptabel, weil unser Verein hiernach einseitig sämtliche, insbesondere finanziellen Lasten zu tragen hätte, während sich das DB Museum u.a. ein Recht auf jederzeitige Kündigung ohne Angabe von Gründen ausbedingt. Hinzu kommt, dass das DB Museum sich nicht in der Lage sieht, uns im Falle eines Weiterbetriebes der 012 100-4 einen adäquaten Wagenpark zur Verfügung zu stellen. Man zieht es vor, den historisch wertvollen und im Jahr 2001 extra für die Bespannung mit der 012 100-4 zusammengestellten "Transitzug" als Samba-Express im Rheinland einzusetzen. Dennoch haben wir gegenüber dem DB Museum die Bereitschaft erklärt, über die Vertragsentwürfe zu verhandeln. Für eine Rücknahme der Klage beim Landgericht Frankfurt/Main besteht jedoch aus unserer Sicht zum augenblicklichen Zeitpunkt weder ein konkreter Anlass, noch ein sachlicher Grund. Schon gar nicht vor dem Hintergrund, dass vom DB Museum strikt untersagt wurde, die 012 100-4 auf zwei Bahnfesten im Monat April der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei wäre eine gegenteilige Entscheidung durch uns gewiss als positives Signal gewertet worden. 

Der Verhandlungstermin ist zwischenzeitlich vom Landgericht Frankfurt/Main auf den 03.07.2006 festgelegt worden. 

 Fritz Wolff, 1. Vorsitzender

2006 Aussichtsreiche Verhandlung über Zukunft desbisherigen Standorts Neumünster

Aussichtsreiche Verhandlung über Zukunft
des bisherigen  Standorts Neumünster des DB Museums

 

Auf Einladung von Oberbürgermeister Hartmut Unterlehberg trafen sich am 05. April Vertreter des DB Museums, der Firma Aurelis real estate, des Vereins "RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE e.V." und der Stadt Neumünster zu Sondierungsgesprächen im Rathaus.  

Der vertrauliche Meinungsaustausch verlief in angenehmer Atmosphäre. Er wurden Möglichkeiten zur Weiterführung der Arbeit des Vereins am bisherigen Standort ausgelotet. Über die Inhalte vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.  

"Ein möglicher Erfolg ist noch abhängig von den Vertragsverhandlungen der Beteiligten. Es sind aber durchaus Perspektiven vorhanden", zeigte sich Oberbürgermeister Unterlehberg zuversichtlich.

2005 Brennpunkt: Kooperation REF – DB Museum

Brennpunkt: Kooperation REF – DB Museum

(Autor: Sven Grünwoldt, 2. Vorsitzender)

Keine vier Monate, nachdem der Fortsetzungsvertrag über den weiteren Einsatz der Dampflok 012 100-4, welcher u.a. festlegt, dass diese Lokomotive bis mindestens zum Jahr 2009 im Bw Neumünster verbleibt, zwischen unserem Verein und dem DB Museum abgeschlossen worden ist, hat der Direktor des DB Museums, Herr Dr. Jürgen Franzke den Mietvertrag für den Standort Neumünster des DB Museums ohne vorherige Absprache mit unserem Verein zum 31.12.2005 gekündigt und somit die Erfüllung des Vertrages seitens der DB erheblich in Frage gestellt.

Grundlage dieser Kündigung stellt ein sog. "DB-Vorstandsbeschluss" dar, welcher beinhaltet, 5 Museumsstandorte – darunter eben auch Neumünster – zu schließen, sowie die Abteilung "DB-Nostalgiereisen" aufzulösen. Pikant an diesem Beschluss ist, dass dieser von Dr. Franzke persönlich ausgearbeitet worden ist und es eine, wie auch immer geartete, Beteiligung der betroffenen Vertragspartner nicht gegeben hat – diese wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Nachdem Dr. Franzke bereits in den Jahren 1999 und 2000 eine rechtsgültige Absprache bezüglich der 012 100-4 zwischen unserem Verein und der DB zu boykottieren versuchte und unlängst sogar die Kesselinstandsetzung der 012 100-4 im DLW Meiningen abbrechen lassen wollte, stellt dieses Vorgehen nunmehr den dritten Fall innerhalb weniger Jahre dar, welcher das ansonsten sehr kooperative Zusammenwirken zwischen den REF und der DB nachhaltig belastet. 

Der Verein "RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE e.V." wird es in Anbetracht der finanziellen Beteiligung in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro, sowie der in gleichem Wert erbrachten Arbeitsleistung an Projekten des DB Museums nicht hinnehmen, dass einzelne Führungskräfte innerhalb des DB Konzerns durch Rechtsbruch unserem Verein Schaden zufügen. Der Vorstand des Vereins ist bereits bei den vorgesetzten Stellen des Herrn Dr. Franzke vorstellig geworden und hat in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der DB, Herrn Mehdorn, darauf hingewiesen, dass ggf. rechtliche Schritte gegen die DB einzuleiten seien, käme es nicht unverzüglich zu einvernehmlichen Lösung im Sinne einer beiderseitigen Vertragserfüllung. Inzwischen liegt ein erstes Gesprächsangebot des DB Museums vor.  

Die aktiven Mitglieder unseres Vereins werden ungeachtet der derzeitigen Situation weiterhin ihre Arbeitseinsätze im Bw Neumünster leisten. Wir gehen davon aus, dass es uns erneut gelingen wird, mit guten Argumenten die DB zu einer Fortsetzung der langjährigen Zusammenarbeit zu bewegen.

2005 Der Anschlussvertrag

Brennpunkt: Der Anschlussvertrag

(Autor: Fritz Wolff, 1. Vorsitzender)

Als der Leiter der Abteilung „DB-Nostalgiereisen“ Claus Rethorn mit Fritz Wolff und Volker Siewke am 23.09.2004 in Hannover zu einem ersten Sondierungsgespräch über den weiteren Betriebseinsatz der 012 100-4 vom Museumsstandort Neumünster aus nach Durchführung der anstehenden Kesseluntersuchung zusammenkam, lagen die beiderseitigen Vorstellungen, insbesondere im finanziellen Bereich, noch weit auseinander. Dennoch war unstrittig, dass ein Fortsetzungsvertrag zu den bestehenden – und durchaus bewährten – Vereinbarungen ausgehandelt werden sollte. Hierzu stellte der Vereinsvorstand eine Verhandlungskommission bestehend aus den Mitgliedern Thomas Boldt, Sven Grünwoldt und Fritz Wolff zusammen. Seitens der DB standen uns die Herren Rethorn und Sekund als Verhandlungspartner gegenüber. 

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Fritz Wolff und Sven Grünwoldt gehörten zu der REF-Verhandlungskommission und haben den Inhalt des Vertrages wesentlich mitbestimmen können. (Foto: Thomas Boldt)

Natürlich war beiden Seiten klar, dass man sich bewegen musste, und so konnte bei dem nächsten Gespräch am 19.11.2004 in Neumünster durchaus schon eine Annäherung der Standpunkte festgestellt werden. Herr Rethorn signalisierte die Bereitschaft der DB, die Abgeltung von Leer- und Lastkilometern zu erhöhen und die garantierten Mindestkilometer heraufzusetzen. Wir erklärten daraufhin die Bereitschaft, die unentgeltlich zu leistenden Lokführerstunden deutlich aufzustocken. Nachdem dann DB-seitig im Januar 2005 ein erster Entwurf für einen Fortsetzungsvertrag vorgelegt worden war, wurde telefonisch und per e-Mail weiterverhandelt, wobei auch für die vereinsinterne Abstimmung durchaus Gesprächsbedarf bestand.

Am 23.02.2005 trafen sich sodann die Herren Rethorn und Sekund von DB Nostalgiereisen mit unserer Verhandlungskommission in Köln zu dem entscheidenden Gespräch. DB-seitig wurden für die Abgeltung von Leer- und Lastkilometer sowie für die garantierten Mindestkilometer erstmalig Zahlen genannt (die dann wenige Tage später durch Übersendung eines weiteren Vertragsentwurfs abschließend konkretisiert wurden). Vereinsseitig wurde zugestanden, dass statt bisher 450 nunmehr 1000 Lokführerstunden pro Jahr unentgeltlich geleistet werden. Vereinsseitig wurde weiterhin, zumal inzwischen die weitgehende Neuherstellung des Kessels feststand, eine gegenüber unseren früheren Vorstellungen erhebliche Erhöhung der finanziellen Beteiligung des Vereins an den Aufarbeitungskosten zugestanden. Alle Zugeständnisse unseres Vereins wurden vorbehaltlich einer Zustimmung durch die Mitgliederversammlung erteilt.
 

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Jörg Sekund, Eisenbahnbetriebsleiter DB-Nostalgiereisen erläutert auf der JHV in Wrist die Position der DB zu dem Vertragswerk. (Foto: Thomas Boldt)

Am 02.03.2005 wurde der Vertrag auf der JHV 2005 in Wrist eingehend diskutiert. Nach abschließender Zustimmung durch die JHV konnte schließlich ein Fortsetzungsvertrag für den künftigen Einsatz der 012 100-4 unterschrieben werden, der in ausgewogener Weise den berechtigten Belangen beider Vertragspartner Rechnung trägt. Der Vertrag tritt mit Festlegung der neuen Kesselfrist der 012 100-4 in Kraft und hat eine Laufzeit von vier Jahren mit festgelegter Option auf darüber hinausgehender Fortsetzung.

2005 DB Museum kündigt Kooperationsvertrag

Eisenbahnfreunde schockiert: DB kündigt Vertrag über die Dampflok 012 100-4!

Verein REF wirft der Deutschen Bahn AG Rechtsbruch vor! 

Der Verein "Rendsburger Eisenbahnfreunde e.V.", welcher auf der Basis mehrerer Kooperationsverträge mit der Deutschen Bahn AG den Standort Neumünster des DB Museums ehrenamtlich betreibt und insbesondere die Schnellzug-Dampflok 012 100-4 betreut, ist schockiert!

Hintergrund ist die DB-seitige Kündigung einer vertraglichen Vereinbarung über die Schnellzug-Dampflok 012 100-4, welche erst am 01. März diesen Jahres als Fortsetzungsvertrag eines bereits bestehenden Abkommens zwischen dem Verein und der DB abgeschlossen worden ist.

Der Verein "RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE e.V." fühlt sich von seinem Vertragspartner auf üble Weise getäuscht und wirft der DB nunmehr massiven Rechtsbruch vor. Auf der Grundlage des nun durch die Deutsche Bahn wieder gekündigten Vertrages, erhielt besagte Lokomotive vor wenigen Monaten im DB-eigenen Dampflokwerk Meiningen zum Zweck eines langfristigen Weiterbetriebes dieser Maschine einen neuen Dampfkessel, zu dessen maßgeblicher Mitfinanzierung sich der Verein REF verpflichtet hatte. Im Gegenzug legte die DB als Stationierungsort für die 012 100-4 den Standort Neumünster des DB Museums verbindlich fest.  

Nachdem der Direktor des DB Museums Dr. Jürgen Franzke bereits im Juni den Mietvertrag für eben diesen Standort ohne vorherige Rücksprache mit dem Verein gekündigt und damit das Vertrauensverhältnis zwischen den Vertragspartnern aus Sicht der Eisenbahnfreunde erheblich belastet hatte, stellt die Kündigung des Vertrages über die Dampflok 012 100-4 für den Verein nunmehr einen klaren Rechtsbruch dar.

Fritz Wolff (56) Rechtsanwalt und 1. Vorsitzender des Vereins ist besonders sauer auf die DB. "Noch am 20. Dezember erhielt ich einen Anruf vom kaufmännischen Leiter des DB Museums Herrn Dr. Klanke, welcher in einer von mir als sehr höflich, bisweilen sogar freundschaftlich empfundenen Weise den Eindruck erweckte, dass die DB auch künftig die Zusammenarbeit mit unserem Verein fortsetzen wolle. Keinen Ton verlor dieser Herr über die bereits am 08. Dezember von ihm selbst unterzeichnete, jedoch erst am 21. Dezember in unserer Geschäftsstelle eingegangene Vertragskündigung. Und weiter: "Ich habe in 30 Berufsjahren als Rechtsanwalt manche Dreistig- und Unwürdigkeit erleben müssen, dieses Vorgehen der DB gegenüber einem langjährigen Vertragspartner kann ich nur mit einem fassungslosem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen.

Weil nach Ansicht des Vereinsvorsitzenden die rechtlichen Voraussetzungen für eine Auflösung des in Rede stehenden Vertrages ohnehin nicht gegeben sind, bleibt dem Verein wohl als letztes Mittel nur eine gerichtliche Überprüfung dieser Kündigung. Neben der Prüfung juristische Schritten will der engagierte Verein aber nicht kampflos aufgeben sondern auch eine breite Öffentlichkeitsaktion starten, sowie Politiker auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene um Unterstützung ersuchen. "Das sind wir", so Fritz Wolff, "unserer Mitgliedschaft, insbesondere aber den zahllosen Fahrgästen in unseren Zügen und Besuchern des Bahnmuseums in Neumünster schuldig.". Die RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE haben sich in den zurückliegenden Jahren mit mehr als einer halben Million Euro an eisenbahnhistorischen Projekten der DB beteiligt und erbringen darüber hinaus jährlich 6000 Arbeitsstunden ehrenamtlich für das DB Museum.

Mit diesen Kündigungen wird der Region Norddeutschland und insbesondere Schleswig-Holstein ein erheblicher Publikumsmagnet und Anziehungspunkt touristischer Ausflüge zukünftig fehlen. Die Besucher unseres Museums und die Fahrgäste unserer Züge kommen aus allen Regionen Deutschlands und teilweise sogar aus verschiedenen Ländern Europas, wie England und Dänemark. Sie reisen dafür extra nach Schleswig-Holstein.

Die Geschäftsführung

2005 Verhandlungen zwischen REF und DB Museum wurden fortgesetzt

Verhandlungen zwischen REF und DB Museum wurden fortgesetzt.

Am 06. Dezember 2005 kamen unser Vereinsvorsitzende Fritz Wolff sowie sein Stellvertreter Sven Grünwoldt mit den Herren Dr. Burkhard Klanke und Claus Rethorn vom DB Museum in Frankfurt/Main zu Verhandlungen über die Zukunft unseres Standortes zusammen. Wesentlicher Gesprächsinhalt war aber auch die derzeitige Ungewissheit über Fahrten mit DB-eigenen historischen Dampfzügen in den nächsten Jahren und somit zur Zukunft unserer Lokomotive 012 100-4.

Das Gespräch verlief in sachlicher Atmosphäre und war nach unserer Einschätzung auch von dem Willen der DB gekennzeichnet, eine einvernehmliche Lösung in den strittigen Fragen zu erzielen. Nach dem Vorstandsbeschluss des DB Konzerns vom 04. Juni diesen Jahres war für uns als Verein die Frage zu klären, inwieweit wir außergerichtlich zu einer vernünftigen Übereinkunft mit der DB kommen können. Bei dem Gespräch in Frankfurt haben die Vertreter der DB nunmehr erklärt, in diesem Sinne Möglichkeiten zur Fortsetzung sowohl eines Einsatzes der 012 100-4, als auch des musealen Betriebes im Bw Neumünster einer Prüfung auf Realisierbarkeit zu unterziehen und diese dem DB-Vorstand zur Genehmigung vorzulegen.

Die DB hat allerdings zum wiederholten Male erklärt, ab dem Jahr 2006 keine Fahrten mit ihren eigenen Dampfzügen in eigener kommerzieller Verantwortung durchführen zu wollen. Dies bedeutet für uns zwar, dass es ein DB-Fahrtenprogramm fortan nicht mehr geben, nicht aber, dass der Dampflokbetrieb mit DB-eigenen Lokomotiven generell eingestellt wird. Vielmehr erklärt DB, dass sie die örtlichen Vereine oder BSW-Gruppen in die Lage versetzen möchte, dampflokbespannte Züge in eigener Verantwortung durchzuführen. Hierzu werden zurzeit mehrere Modelle geprüft und mit den Vereinen und BSW-Gruppen verhandelt. Wie dieses allerdings konkret aussehen kann, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Es muss nach unseren Vorstellungen zunächst eine Übergangslösung für das Jahr 2006 gefunden werden, damit die potenziellen Charterkunden im Jahr 2006 weiterhin kompetente Ansprechpartner bei der DB vorfinden und ihre Züge noch über die DB chartern können. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass unsere Lokomotive 012 100-4 auch zukünftig bei der DB als Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) eingestellt bleiben muss. Vorstellbar für uns wäre die Planung, Durchführung und Vermarktung eines eigenen Fahrtenprogramms in den nächsten Jahren. Hier bedarf es aber zunächst noch weiterer Gespräche u.a. auch mit professionellen Reiseveranstaltern, die uns bei der Vermarktung von eigenen Fahrten unterstützen sollten. Offen ist derzeit auch noch die Frage, welches Wagenmaterial zukünftig zum Einsatz kommen wird. Wir favorisieren hier ganz klar den bekannten Transitzug, welchen wir als Vereine maßgeblich in den jetzigen vorzeigbaren optischen Zustand gebracht hatten.

Die Frage nach dem Erhalt unseres Standortes wird in den nächsten Tagen in weiteren Verhandlungsrunden zwischen uns als Verein, dem Vermieter Fa. AURELIS, sowie der Stadt Neumünster geklärt werden. Hier geht es insbesondere um eine langfristige und vor allem für uns bezahlbare Lösung. Wie von Dr. Klanke in Frankfurt erklärt wurde, seien für die übrigen Standorte des DB Museums bereits Anschlussvereinbarungen für deren Weiterbetrieb gefunden worden, einzig unser Standort in Neumünster harre noch auf eine entsprechende Regelung.

Eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen unserem Verein und der DB soll noch in diesem Jahr erfolgen.

2005 Kesselneubau an der 012 100-4

Kesselneubau: Die Arbeiten an 012 100-4 nähern sich dem Ende

(Autor: Thomas Boldt)

 

In der 37. Kalenderwoche sind die Arbeiten an 012 100-4 soweit fortgeschritten, dass am 16.09.05 die Probefahrt erfolgen konnte. Als 86063 / 86064 ging es von Meiningen nach Eisenach und zurück. Die Probefahrt verlief anstandslos. Nach deren Beendigung wurde 012 100-4 noch einmal einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Kleinere Nach- und Einstellarbeiten sind noch erforderlich. Einer Übergabe am 24.09.2005 und dem Einsatz am

25.09.2005 steht aus heutiger Sicht nichts entgegen.

 

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86064 Halt in Bad Salzungen 

 

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Nach Ankunft und Untersuchung im DLW wird 012 100-4 ins Anheizhaus gefahren

 

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86063 Halt in Wernshausen

 

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86064 zwischen Eisenach und Förta in der Nähe der ehemaligen Blockstelle Höpfen

2005 Leihweise im Bw Neumünster: 03 1010

Leihweise im Bw Neumünster: 03 1010

(Autor: Volker Siewke)

 

Eine exzellente Vertretung für die im DLW Meiningen befindliche 012 100-4 ist in diesen Monaten leihweise beim Bw Neumünster beheimatet: Die 03 1010 vom Bw Halle P. Diese Lokomotive ist ebenso wie die 012 100-4 eine betriebsfähige Dampflok des DB Museums und wird in der Regel im mitteldeutschen Raum vor Sonderzügen eingesetzt. Nachdem feststand, dass die 012 100-4 entgegen ursprünglicher Planungen nicht zum Saisonstart 2005 für die DB-Nostalgiefahrten in Norddeutschland zur Verfügung steht, wurde von der DB entschieden, dieses Programm zunächst mit der 03 1010 zu bestreiten. Im Gegensatz zur Baureihe 012 wird die 03 1010 mit Steinkohle befeuert, was nicht nur eine andere Bedienung des Kessels, sondern u.a. auch eine besondere Infrastruktur im Bahnbetriebswerk erfordert. Zu diesem Zweck wurde im Bw Neumünster – wie schon im Jahr 2000 für die 86 457 – eine Bekohlungsanlage mittels Förderband zwischen den Gleisen 65 und 68 hergerichtet. Die Sumpfgrube auf Gleis 68 eignet sich zum Entschlacken der 03.10. Zum jeweiligen Anheizen der Lok wurde das erforderliche Brennholz zusammengetragen.

Neben der Schaffung aller technischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb unserer Leihlok mussten aber ebenso die personellen Fragen geklärt werden. Hierzu hat der zuständige Betriebsleiter Jörg Sekund nach Absprache mit allen Beteiligten eine Anweisung erlassen, nach der die Personale des Bw Neumünster zunächst durch die Kollegen des Bw Halle P eine Einweisung auf der 03 1010 erhalten und im Laufe der Fahrten nach und nach die Bedienung der Lokomotive übernehmen. Dieses Procedere hat zu einer sehr guten und kollegialen Zusammenarbeit zwischen den „Schwarzen“ aus Halle und Neumünster geführt.

 

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Am 24. April 2005 präsentiert sich die 03 1010 vor der Lokleitung des Bw Neumünster. (Foto: V.S.)

 

Die 03 1010 verfügt über einen sogenannten „Reko-Kessel“, welcher bei der Deutschen Reichsbahn auf den Baureihen 03, 03.10, 22 und 41 Verwendung fand. Diese Kessel sind sehr leistungsfähig und so konstruiert, dass sie auch mit minderwertigen Brennstoffen noch gut Dampf machen. Auf einer Rostfläche von 4,23 m² hat der Heizer das Feuer zu beschicken, um bei einem Kesseldruck von 16 bar der Lokomotive eine Leistung von ca. 2100 PS abverlangen zu können. Dabei kann die 163 Tonnen schwere Lok vor einem mittelschweren Zug in der Ebene ihre zulässige Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen. Der Tender der 03 1010 fasst 10 Tonnen Kohle und 34 m³ Wasser.

2005 REF und DBMuseum unterzeichnen Fortsetzungsvertrag

REF und DBMuseum unterzeichnen Fortsetzungsvertrag

 

Auf der Jahreshauptversammlung am 02.03.2005 der BSW-Gruppe „ARGET-Nord“, sowie des Vereins „RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE e.V.“ wurde einem Fortsetzungsvertrag zwischen Verein und DB die Zustimmung erteilt. 

Danach kann die aufwendige Instandsetzung des Kessels der Dampflok 012 100-4 im DLW Meiningen unverzüglich in Angriff genommen werden. Der Verein erhöht sein finanzielles Engagement für diese Lokomotive um nochmals 100 000,- € auf nunmehr mehr als 300 000,-€, eintausend Lokführerstunden werden jährlich durch die DB-Lokführer des Bw Neumünster unentgeltlich für DB-Nostalgiereisen erbracht. Sowohl Fritz Wolff, alter und neuer 1. Vorsitzender des Vereins, sowie Claus Rethorn, Leiter DB-Nostalgiereisen unterstrichen in ihren Statements zum Vertragsabschluss die Bedeutung dieser Kooperation, welche der 012 100-4 einen langfristigen Erhalt als betriebsfähige Museumslokomotive ermöglicht. Das DLW Meiningen hat für die umfangreichen Arbeiten einen Zeitbedarf von 5-6 Monaten angegeben. Das DB-Nostalgieprogramm 2005 in Norddeutschland wird bis zur Fertigstellung der 012 100-4 mit der Lok 03 1010 aus Halle bestritten werden. Dabei soll es zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den Lok- und Werkstattpersonalen aus Halle und Neumünster kommen, wie Jörg Sekund, DB-Eisenbahnbetriebsleiter vor den etwa 50 Teilnehmern der JHV in Wrist ausführte.

 

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Vertragsunterzeichnung "Fortsetzungsvertrag 01 1100"

v.l.n.r. Claus Rethorn (Leiter DB Nostalgiereisen), Jörg Sekund (Eisenbahnbetriebsleiter DB Nostalgiereisen), Fritz Wolff (1. Vorsitzender), Sven Grünwoldt (2. Vorsitzender) (Foto: V.S.)

2004 Bedarfsausbesserung der 012 100-4

Bericht über die Bedarfsausbesserung der 012 100-4 im DLW Meiningen

(Autor: Thomas Boldt)

Am Donnerstag den 22.01.04 fand im Dampflokwerk Meiningen eine Besichtigung der 012 100-4 durch Vertreter des DB Museums und des Vereins „Rendsburger Eisenbahnfreunde e.V." statt. Die Lokomotive wurde am 15.Dezember 2003 dem Werk zugeführt (vgl. „Rückblick 2003). Neben dem Einbau einer Zugsicherunganlage der Bauform PZB 90 werden verschiedene Bedarfsausbesserungen insbesondere am Kessel der Lokomotive durchgeführt. Darüber hinaus erfahren Kessel und Bremsanlage ihre fällige Zwischenrevision. Der Fortgang der Arbeiten lässt den Schluss zu, dass die 012 100-4 termingerecht zum Saisonstart am 14. Februar 2004 wieder an den Betreiber DB Nostalgiereisen übergeben wird. 

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012 100-4 am 22. Januar 2004 in der Richthalle des DLW Meiningen.

 Neu: an gleicher Stelle wie die Indusi der Bauart I 60 findet die PZB 90 ihren Platz.

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MV-Pumpe in der Pumpenschlosserei, Wasser- und Dampfteil sind bereits montiert.

Seltener Anblick durch den geöffneten Domdeckel in den Kessel, links im Bild ist die Reglerstange zu erkennen, das Reglerventil ist ausgebaut.

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Blick in die Rauchkammer; Einströmrohre und Überhitzerelemente befinden sich in der Kesselschmiede zur Aufarbeitung.

Der Tender der 012, abgestellt am 22. Januar 2004 im DLW Meiningen.