Archiv der Kategorie: Sonderfahrten

Informationen zu Sonderfahrten unter unserer Regie oder in Kooperation

15.09.2018 – Mit „Ludmilla“ in den Harz

Von der Landeshauptstadt Kiel in den Harz nach Wernigerode oder Quedlinburg

Am Samstag, den 15.09.2018 bietet der Verein IG Schienenverkehr Ostfriesland e. V. in Kooperation mit dem Rendsburger Eisenbahnfreunde e. V. eine exklusive Sonderfahrt von Kiel nach Wernigerode oder Quedlinburg an.
Von Kiel aus geht es mit Zustiegmöglichkeit in Neumünster, Wrist, Elmshorn, Pinneberg, Hamburg-Harburg, Winsen (Luhe) und Lüneburg in den Harz.
Der Zug wird aus Schnellzugwagen der 1960er Jahre gebildet und von einer Diesellokomotive der Baureihe 234 gezogen. Die Fahrgäste genießen die Fahrt in gemütlichen Abteilen mit Minibar-Bedienung direkt am Platz.
Im Zug befindet sich außerdem ein Speisewagen, in welchem unser Team Ihnen Speisen und Getränken serviert.
Ziele des Sonderzuges sind die Städte Wernigerode oder die UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg.

Dazu können optional folgende Leistungen dazu gebucht werden:
Eine Stadtführung Wernigerode bzw. in Quedlinburg für 6,00 € pro Person oder eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn ab Wernigerode zum Brocken für 45,00 € pro Person.
Hier ist die Personenzahl auf maximal 50 Personen begrenzt.
Am frühen Abend geht es dann wieder zurück in den Norden.

Die Fahrkarten sind nur im Vorverkauf erhältlich.

Hier sofort online buchen …

oder bei der Geschäftsstelle des IG Schienenverkehr Ostfriesland e. V. unter der Telefonnummer: 04931 / 9731345 bestellen.

Genaue Fahrzeiten werden ca. 2 Wochen vor der Fahrt auf der Homepage der IG Schienenverkehr Ostfriesland e. V. bekannt gegeben.

Rundfahrt mit dem VT2E

Sonderfahrt mit dem Ex-AKN VT2E am 05.06.2016

Liebe Eisenbahnfreunde, nun ist es so weit: Wir veranstalten die erste Sonderfahrt mit dem VT2E (VT2.35), der Jahrzehnte im Streckendienst der AKN eingesetzt war.

Die Sonderfahrt führt uns über das Netz der AKN auf den Linien A1 und A2. Es geht morgens gegen 09:30 Uhr von Neumünster nach Hamburg Eidelstedt Zentrum und von dort aus über Ulzburg Süd nach Norderstedt Mitte. Nach einem kurzen Aufenthalt fahren wir zurück nach Neumünster, mit Ankunft gegen 14:45 Uhr. Unterwegs sind Fotohalte eingeplant. Für kleine Snacks und Getränke wird die Minibar mitgeführt.

Am gleichen Tag findet von 11-17 Uhr im ehemaligen Betriebswerk Neumünster, unserem Vereinssitz, die Veranstaltung "Kleine Bahn ganz groß", eine internationale Modell-Straßenbahnausstellung statt. Es bietet sich also ein Besuch der Veranstaltung im Lokschuppen an der Brückenstraße nach Wiederankunft in Neumünster an.

Der Fahrpreis beträgt für Erwachsene 17 €, Kinder und Jugendliche (6-14 Jahre) zahlen die Hälfte. Kinder bis sechs Jahre dürfen in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos mitfahren (ohne Sitzplatzanspruch).

Fahrkarten können ab sofort per Email unter sonderfahrt@vte-ref.de bestellt werden und werden nach Zahlungseingang bei Fahrtantritt ausgestellt. Eine Bestätigung mit weiteren Informationen erfolgt ebenfalls per Email. Bei Bestellung bitte unbedingt die Namen aller Mitfahrer angeben.

Detaillierte Informationen zu Zeiten und weiteren Möglichkeiten, Fahrkarten zu erwerben, folgen in Kürze.

Sonderfahrt 2015_01

Überführung AKN VT 2E

Am kommenden Samstag, den 19.12.2015 werden die beiden von unserem Verein übernommenen VT 2E von Kaltenkirchen nach Neumünster überführt.

Entgegen der ersten Veröffentlichung ist die Mitfahrt für Betriebsfremde aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen leider nicht möglich. Wir bitten um Entschuldigung und Verständnis.

Die 1976/1977 von LHB gebauten, dieselelektrischen Triebwagen haben der AKN fast vierzig Jahre lang gute Dienste geleistet und werden nun durch neue Fahrzeuge von Typ Coradia LINT ersetzt.

Fahrten 2005

Tempo, Takt und Dampf 2005 in Rheinland Pfalz

(Autor: Volker Siewke)

Rheinland Pfalz ist ein bahnfreundliches Bundesland: Seit der "Regionalisierung des Nahverkehrs" im Jahr 1994, mit der die Verantwortung für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) den einzelnen Bundesländer übertragen worden ist, wurden in Rheinland-Pfalz keine Bahnstrecken mehr stillgelegt, sondern im Gegenteil sogar noch etwa 100 Streckenkilometer wieder reaktiviert. Die Bevölkerung dankt ihrer Landesregierung diese progressive Verkehrspolitik mit einem Zuwachs an Fahrgastzahlen im zweistelligen Prozentbereich. Rheinland-Pfalz gilt als Flächenland. Die großen Industriebetriebe konzentrieren sich auf die großen Städte wie Koblenz, Mainz, Kaiserslautern oder Ludwigshafen. In den ländlichen Räumen wie Eifel, Mosel oder Kurpfalz hingegen bilden Land-, Forst- und Weinwirtschaft, sowie der Tourismus die wirtschaftliche Grundlage für das südwestdeutsche Bundesland.

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Die Überführung der 012 100-4 zur Veranstaltung „Tempo, Takt und Dampf 2005" in der Pfalz fand am 30.September mit dem Lr 92637 von Köln Bbf nach Neustadt/Weinstrasse. Besonders reizvoll war dabei die Fahrt über die linksrheinische Strecke zwischen Koblenz und Bingerbrück. (Foto: V.S.)

Tourismus und Eisenbahn bilden seit je her eine interessante Symbiose, welche die Landesregierung in Mainz nunmehr zum zweiten Mal dazu bewogen hat, auf ganz spezielle Art im Herbst ein Eisenbahnfest zu organisieren, das sowohl als Attraktion für die eigene Bevölkerung, als auch für Touristen dienen soll. Ein ganzes Wochenende werden dabei in ausgesuchten Regionen zahlreiche Nahverkehrszüge an Stelle moderner diesel- und elektrisch betriebener Fahrzeuge mit Dampflokomotiven bespannt. In diesem Jahr war die Pfalz, also der Raum um Neustadt/Weinstrasse für diese Veranstaltung ausgesucht worden, galt es doch dort das Jubiläum der Strecke Neustadt (Weinstraße) – Wissembourg feierlich zu begehen. Und so lautete das Motto der Veranstaltung vom 01. bis zum 03. Oktober sehr prägnant und werbewirksam: „Tempo, Takt und Dampf 2005 – 150 Jahre Maximiliansbahn".

Der DB (DB Nostalgiereisen, DB Netz, DB Regio Rhein-Neckar und DB Station&Service) wurde die komplette betriebliche Organisation dieser Veranstaltung übertragen, d.h. sämtliche Fahrpläne, Lok- und Wagenumläufe, die Versorgung mit Betriebsstoffen, sowie das Notfallmanagement lagen im Verantwortungsbereich der DB. Die Fahrzeuge, welche nicht zum Bestand der DB zählten, waren für die Dauer der Veranstaltung bei dem Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) DB-Nostalgiereisen eingestellt, so dass dessen Eisenbahnbetriebsleiter Jörg Sekund für die Sicherheit und Betriebsfähigkeit dieser Lokomotiven und Waggons verantwortlich zeichnete. Ebenso wie Jörg Sekund war seitens der Landesregierung Rheinland-Pfalz Staatssekretär Wolfgang Eilers vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau als "Vater" dieser Veranstaltung rund um die Uhr vor Ort präsent und garantierte so einen absolut störungsfreien Ablauf des Betriebes. Zum Einsatz kamen die Dampflokomotiven 012 100-4, 01 118, 01 519, 03 1010, 23 042, 042 018-1, 042 360-8, 50 2740 und 52 4867. Als Reservelokomotive stelle die DB die V 200 116, und die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) ihr museales Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe, Versorgungsanlagen und der preußischen T3 89 7159 als Rangierlok zur Verfügung.

 tempo2.jpg Klein, aber fein! Von einer preußischen T3, der 89 7159 wurde unser rollendes Hotel, welches wir aus Neumünster mit in die Pfalz überführt hatten, im Bw Neustadt/W auf den zugewiesenen Stellplatz rangiert. (Foto: T.B.)

 

Unsere 012 100-4 wurde für den Einsatz in der Pfalz zwar von unserem Lokpersonal gefahren, ansonsten aber vom Bw Oberhausen-Osterfeld=Süd bewirtschaftet, wo die Maschine vom 25.09. bis zum 14.10 befristet stationiert war. Dort wurde die Lokomotive gemeinsam mit der 41 360 am 29. September angeheizt und mit Schweröl bebunkert. In aller Herrgottsfrühe starteten wir dann am Folgetag gemeinsam mit den beiden Dampfloks und der V 200 116 als Vorspannlok, sowie unserem Schlafwagen als mobiles Hotel für die Lokpersonale, dem Zusatztender für die 41 360, sowie einem Werkstatt- und einem Wasserwagen in Richtung Köln Betriebsbahnhof. Dort wurden weitere 8 Reisezugwagen aufgenommen, womit ein stattlicher Zug bestehend aus 3 Lokomotiven, Zusatztender und 11 Wagen gebildet war. Von Köln Bbf ging es auf einer Güterumgehungsbahn mitten durch die Domstadt nach Gremberg und weiter über Troisdorf rechtsrheinisch bis Niederlahnstein, dort über die Rheinbrücke nach Koblenz, nunmehr linksrheinisch bis Bingerbrück, von dort aus durch das Nahetal über Bad Kreuznach in Richtung Pfalz nach Neustadt (Weinstrasse). Bis 13:00 Uhr waren an diese Tag sämtliche Fahrzeuge aus nahezu allen Teilen Deutschlands eingetroffen und das alles weitgehend den von DB Netz herausgegebenen Fahrplänen entsprechend und ohne jegliche Störungen an den Fahrzeugen. Es dauerte dann mehrere Stunden, bis die Kollegen von der DGEG alle Fahrzeuge so platziert und mit Betriebsstoffen versorgt hatten, dass der geplante Betrieb am Morgen des 01. Oktober beginnen konnte. Zuvor gab es aber noch eine Dienstbesprechung, die von Staatssekretär Eilers und unserem Eisenbahn-Betriebsleiter Sekund abgehalten wurde.

 tempo3.jpg  Jörg Sekund, Eisenbahn-Betriebsleiter und Heinz Brand, Produktionsplaner von DB Nostalgiereisen haben wesentlich zu dem Gelingen der Veranstaltung in der Pfalz beigetragen. (Foto: V.S.)

Der erste Veranstaltungstag begann damit, dass wir sehr nobel von Harry Heydenbluth geweckt wurden. Der hatte nämlich mit seiner 03 1010 früh morgens den ersten Regional-Express nach Karlsruhe zu bespannen und fuhr in der ihm eigenen unverwechselbaren Art und Weise direkt an unserem Schlafwagen vorbei. Und wenn man schon einmal senkrecht im Bett steht, kann man auch gleich ganz aufstehen. Nach und nach rückte sodann eine Lokomotive nach der anderen aus, wir mit unserer 012 100-4 wären die siebte von neun Maschinen gewesen. Doch kurz bevor Lokführer Holger Lemke und Heizer Thomas Boldt die Drehscheibe befahren wollten, wurde diese schadhaft, so dass der Eröffnungszug für unsere Lokomotive leider ersatzweise mit der V 200 116 bespannt werden musste. Viele Eisenbahnfreunde befürchteten beim Anblick der V 200.1, dass eine Störung unserer Lok vorliegen könnte, das Gegengeil konnten wir dann aber am Nachmittag beweisen, nachdem die Drehscheibe wieder repariert war und wir unsere Leistung planmäßig abfahren konnten.

Vom Wetter abgesehen – es regnete fast in einem fort – verliefen alle Zugfahrten mit allen eingesetzten Lokomotiven pünktlich und zur großen Zufriedenheit von Fahr- und Zaungästen, aber auch der Veranstalter und Akteure auf den Lokomotiven. Es war auch wieder einmal die Gelegenheit gegeben, dass sich die Personale der verschiedenen Maschinen untereinander austauschen bzw. in aller Freundschaft ein Schoppen Wein (Bier gab das in der Pfalz nicht…) trinken konnten.

85 000 (in Worten: fünfundachtzigtausend!) Besucher aus 14 Nationen, von denen statistisch gesehen mehr als die Hälfte mindestens einmal als Fahrgast einen der 100 dampfbespannten Züge frequentierte, wurden bei der Veranstaltung in der Pfalz gezählt. Im Umkreis von 50 Kilometer um das Veranstaltungsgebiet waren Wochen vor Veranstaltungsbeginn kein Hotel- und Pensionszimmer mehr zu buchen. Sowohl in den lokalen Medien, als auch in der anerkannten Eisenbahn-Fachpresse fand diese überaus gelungene Veranstaltung ein großes, durchweg positives Echo.

 tempo4.jpg  Mit der Lokführerin Fanny Vomend stellte uns DB Regio nicht nur eine sehr fachkompetente, sondern darüber hinaus auch noch überaus charmante Lotsin. Da bereitete unserem Lokpersonal der anstrengende Dienst auf der 012 100-4 in der Pfalz noch einmal so viel Freude… (Foto: Dirk Auerbach)

Abschließend noch einmal eine Zusammenstellung der von unserer 012 100-4 in der Pfalz gefahrenen Leistungen:

Datum  Zugnummer  Zuglauf  Km  Lokführer  Heizer
  01.10.  RE 91645  Neustadt/W – Karlsruhe  58  Siewke  Gifhorn
  01.10.  RE 91647  Karlsruhe – Neustadt/W  78  Lode  Gifhorn
  02.10.  RE 91629  Neustadt/W – Karlsruhe  58  Lemke  Boldt
  02.10.  RE 91631  Karlsruhe – Neustadt/W  78  Lemke  Boldt
  02.10.  RE 91639  Neustadt/W – Karlsruhe  58  Lemke  Boldt
  02.10.  RE 91643  Karlsruhe – Neustadt/W  92  Lemke  Boldt
  03.10.  RE 91628  Neustadt/W – Karlsruhe  92  Siewke  Gifhorn
  03.10.  RE 91630  Karlsruhe – Neustadt/W  58  Siewke  Gifhorn
  03.10.  RE 91638  Neustadt/W – Karlsruhe  78  Siewke  Gifhorn
  03.10.  RE 91642  Karlsruhe – Neustadt/W  58  Siewke  Gifhorn

 

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Am 02.10.2005 wartet 012 100-4 mit RE 91639 nach Karlsruhe Hbf auf den Abfahrauftrag in Neustadt/Weinstrasse.

Laufweg der Züge:

RE 91628        Neustadt/W – Mannheim Hbf – Karlsruhe Hbf

RE 91629        Neustadt/W – Landau (Pfalz) – Karlsruhe Hbf

RE 91630        Karlsruhe Hbf – Landau (Pfalz) – Neustadt/W

RE 91631        Karlsruhe Hbf – Speyer – Schifferstadt (Kopf machen) – Neustadt/W 

RE 91638        Neustadt/W – Schifferstadt (Kopf machen) – Speyer – Karlsruhe Hbf

RE 91639        Neustadt/W – Landau (Pfalz) – Karlsruhe Hbf

RE 91642        Karlsruhe Hbf – Landau (Pfalz) – Neustadt/W

RE 91643        Karlsruhe Hbf – Mannheim Hbf – Neustadt/W

RE 91645        Neustadt/W – Landau (Pfalz) – Karlsruhe Hbf

RE 91647        Karlsruhe Hbf -Speyer – Schifferstadt (Kopf machen) – Neustadt/W

Fahrten 2004

Lokeinsatz 2004 der 012 100-4

(Autor: Volker Siewke)

Den Jahreswechsel 2003 – 2004 (v)erlebte die Lokomotive im DLW Meiningen, wo einige Bedarfsreparaturen ausgeführt, sowie eine moderne Zugsicherungsanlage der Bauform „PZB 90“ eingebaut wurde. Als Fertigstellungstermin wurde der 12. Februar festgelegt, denn zwei Tage später stand bereits die erste Fahrt des DB Nostalgieprogramms 2004 auf dem Einsatzplan. Die Arbeiten in Meiningen sind in bester Qualität und fristgerecht ausgeführt worden, eine Nacharbeit war nur in einem besonderen Fall von Nöten, doch dazu später in der Chronologie. Nach einer Probefahrt am 11. Februar auf der Strecke Meiningen – Eisenach konnte die Lok zum vereinbarten Termin von unserem Lokpersonal übernommen und nach Hannover überführt werden. Dort stand uns – und das wohl zum letzten Mal – der Ostschuppen des ehemaligen Bw Hannover zur Unterstellung unserer 012, sowie der Heizlok 215 122-3 zur Verfügung. Unser Schlafwagen zur Unterbringung des Personals konnte im Betriebsbahnhof „Pferdeturm“ abgestellt werden.

Am 14. Februar bespannte die Maschine dann den Sonderzug „Wilhelm Schmidt“ von Hannover nach Wernigerode. Ursprünglich sollte diese Fahrt wie bereits im Vorjahr nach Gernrode zur Selketalbahn führen, doch der Schienenverkehr auf der Strecke Quedlinburg – Frose wurde zwischenzeitlich nach einem Stellwerksbrand eingestellt. Aus diesem Grund verkehrte besagter Zug nach Wernigerode mit Anschluss an einen mit der 99 222 bespannten Sonderzug der HSB nach Benneckenstein. Dort ist Wilhelm Schmidt, dem Erfinder des Überhitzers (und somit der Heißdampflokomotive!) und Namensgeber für unsere Sonderfahrt ein Denkmal gesetzt. Mangels Abstell- und Drehmöglichkeiten in Wernigerode fuhr unser Zug als Lr weiter nach Halberstadt. Die 012 wurde über die Verbindung Spiegelsberge – Wegeleben für die Rückfahrt nach Hannover gewendet. Zum Leid des Lokpersonals (und der Lokomotive!) trat während dieser Fahrt ein technisches Problem auf: Die Überhitzung, also die Heißdampftemperatur betrug zeitweise fast 480 °C, ein viel zu hoher, und von Wilhelm Schmidt gewiss nicht gewollter Wert, welcher die Schmierfähigkeit des Heißdampföls zu überfordern droht. Da die Überhitzerelemente im DLW Meiningen erst komplett erneuert worden sind, wurde eine Nacharbeit hierzu in der Form erforderlich, dass einfach 5 Ü-Elemente entfernt und deren Anschlüsse am Dampfsammelkasten mit Kegeln dichtgesetzt worden sind.

Nur eine Woche später wurde die 012 100-4 erneut angeheizt, dieses Mal stand Paderborn als Ziel auf dem Programm. Der Sonderzug „Weserbergland“ befuhr auf der Hinreise von Hannover Hbf in die Domstadt Paderborn die Strecke über Hameln und Altenbeken. Die Rückfahrt führte, nachdem die Lok über ein Gleisdreieck in Altenbeken gedreht wurde, wiederum über das Altenbekener Viadukt und durch den Rehbergtunnel, dann jedoch über Ottbergen und Kreiensen auf die Nord-Süd Strecke retour nach Hannover.  

 

Dankenswerterweise gestattete uns die Firma Railion Deutschland die Unterstellung unserer 012 im Ostschuppen über den 29. Februar hinaus bis zu ihrem dritten Auftritt am 20. März in Hannover, denn zu diesem Termin endete dort die Lokomotivunterhaltung und wurde nach Seelze verlagert. An jenem 20. März ging es aber noch einmal auf „große Fahrt“, und zwar über Minden, vorbei an der Porta Westfalica, und weiter über Löhne und Osnabrück auf die legendäre „Rollbahn“ durch den Lengericher Tunnel nach Münster (Westf.). Die Rückfahrt erfolgte auf einer Strecke, auf welcher die Baureihe 01.10 – und explizit die damalige 01 1100 während ihrer Stationierung beim Bw Kassel – jahrelang planmäßig eingesetzt war: Die Verbindung vom Ruhrgebiet – Kassel über Hamm, Soest und Paderborn. Ein weiteres Mal musste die 012 100-4 somit die Steigung von Paderborn nach Altenbeken bezwingen, bevor es über die topografisch ebenfalls hoch anspruchsvolle Strecke Langeland – Hameln wieder zurück nach Hannover ging. Am Folgetag hieß es leider für Lok und Personal, Abschied von unserem – sich mittlerweile zur 2. Heimat etablierten – Bw Hannover-Ostschuppen zu nehmen, wo sich insbesondere zu Werkmeister Manfred Hillmann und seinen Kollegen ein unter Vollbluteisenbahnern durchaus übliches freundschaftliches Verhältnis geprägt hat. Mit dem beachtlich ausgelastetem Lr 92636, bestehend aus unserem Transitzug, dem Schlafwagen, sowie der am Zugschluss angehängten, jedoch nicht mitarbeitenden 215 122-3 bewältigte die 012 100-4 die 188 Kilometer von Hannover-Pferdeturm nach Langenfelde im Schnellzugtempo. Noch am selben Abend traf die Lokomotive schließlich nach mehr als dreimonatiger Abwesenheit wieder in ihrem Heimat-Bw Neumünster ein.

Gleich eine Woche nach ihrer Rückkehr aus Meiningen und Hannover stand zum Saisonauftakt 2004 am 27. März die bereits in den Vorjahren gut angenommene Fahrt von Hamburg Hbf nach Eckernförde auf dem Programm. Bei tollem Frühlingswetter bot dieser Einsatz unserer Lokomotive den Fahrgästen wieder eine gelungene Kombination aus flotter Fahrt im Schnellzugtempo (Hamburg – Kiel u.z.), sowie eindrucksvoller Kraftentfaltung (Kanalhochbrücke Levensau). 

Ebenfalls gute Resonanz fand die zweite Fahrt aus dem DB-Nostalgieprogramm 2004 am 10. April von Hamburg zur „Ersten Deutschen Museumseisenbahn“ in Bruchhausen-Vilsen. Die 012 100-4 bespannte den Transit-Schnellzug bis Eystrup, wobei die Reiseroute über Maschen (die Strecke Hmb.-Harburg – Hittfeld – Buchholz wurde wenige Tage zuvor zwecks Grundsanierung voll gesperrt), Rotenburg/Wümme und Verden/Aller führte. Weil die Weserbrücke westlich von Eystrup die schwergewichtige 012 nicht zu tragen vermag, übernahm eine Diesellok der „Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya“ (VGH) den Zug bis Bruchhausen-Vilsen. Dort konnten unsere Fahrgäste in einen dampfbespannten Schmalspurzug nach Asendorf umsteigen. Auf der Rückfahrt wurde der Zug von Eystrup bis Langwedel abermals von der VGH-Lok gezogen, wobei die 012 100-4 am Zugschluss angehängt war. So konnte auf ein Drehen bzw. Wenden der 012 verzichtet werden, denn in Langwedel wurde „Kopf gemacht“ und vorwärts via Soltau, die Heidebahn und abermals über Maschen retour nach Hamburg Hbf gefahren. 

Am 08. Mai stand einer unserer Klassiker auf dem Zettel, der „Zugvogel“ von Hamburg Hbf über die Vogelfluglinie und den Fehmarnsund nach Puttgarden. Werner Koop, urgesteiniger Eisenbahner aus Burg auf Fehmarn stand uns wieder mit Rat und Tat beim betrieblichen Ablauf dieser Fahrt zur Seite, sodass bis auf das miese Wetter an diesem schönen Tagesausflug von niemanden etwas auszusetzen war. 

Ohne die drei geschilderten Fahrten gering bewerten zu wollen, aber der 20. Mai, diesjähriger Himmelfahrtstag, stellte weitaus höhere Anforderungen nicht nur an die 012 100-4 und ihr Lokpersonal, sondern ebenso an unsere Fahrgäste: Auf Zeigersprung um 05:40 Uhr erteilte der Aufsichtsbeamte an Gleis 12 in Hamburg Hbf dem aus 9 Schnellzugwagen gebildeten „Schimmelreiter“ den Abfahrtsauftrag „Zp 9“, danach ging es in weniger als 3 Stunden mit Zughalten in Pinneberg, Elmshorn, Itzehoe, Heide, Husum (Wechsel von Lokpersonal Bw Hmb.-Altona auf Bw Husum) bis Niebüll und nach Kreuzung mit einem Gegenzug weiter über den Hindenburgdamm nach Westerland/Sylt. Der Fahrplan dieses Zuges war unter sehr schwierigen betrieblichen Rahmenbedingungen von der DB Netz AG in Hannover konstruiert worden und verbat uns jegliches Zusetzen von Fahrzeit mit der Folge von Verspätungen anderer Reise- und speziell auch Autozüge im Übersetzverkehr Niebüll – Westerland/Sylt. Für das unchristlich frühe Aufstehen wurden unsere Fahrgäste mit einer eindrucksvoll flotten Fahrt im Schnellzugtempo und standesgemäß klassisch schleswig-holsteinischem Frühsommerwetter belohnt. 

Aber es gibt kaum etwas, was nicht zu toppen wäre. Am 19. Juni, vier Tage nach erfolgter Kesselwäsche unserer 012 100-4, ging es wieder von Hamburg an die See, dieses Mal an die pommersche Ostseeküste nach Stralsund. Diese Fahrt erforderte im Vorwege einen außerordentlich hohen Organisationsaufwand: Wegen einer Streckensperrung bei Hagenow Land musste der Zug über Lübeck Hbf umgeleitet werden, wozu der kurzfristige Einsatz unserer 215 122-3 notwendig wurde. In Stralsund sollte unmittelbar neben der „Gorch Fock I“, dem Original Segelschulschiff „angelandet“ werden. Zu diesem Zweck musste dort die Hafenbahn befahren werden, was ein gesondertes Genehmigungsverfahren voraussetzte. Doch solche Anstrengungen können nicht groß genug sein, wenn der anschließende Erfolg hierfür entschädigt, und das war bei dieser Fahrt eindeutig der Fall. Nachdem die Hinfahrt noch bei strömenden Regen stattfand, verzogen sich zur Mittagsstunde die Wolken über Nordostdeutschland, sodass der Aufenthalt am Strelasund ebenso wie die Rückfahrt über Rostock=Warnowbrücke, Bützow, Bad Kleinen und Lübeck zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle wurde, die bei dieser Sonderfahrt dabei sein konnten.

Wesentlich unspektakulärer, jedoch ganz und gar nicht ohne individuellen Reiz gestaltete sich am 10. Juli die Fahrt von Hamburg Hbf in die Propstei. Unseren Fahrgästen wurde, wie es einst üblich war, wenn Fernzüge in entlegene Urlaubsgegenden geleitet wurden, in Kiel Hbf der Lokwechsel von der ölgefeuerten Schnellzuglok 012 100-4 auf eine der Baureihe 64 ein wenig ähnelnde Tenderlokomotive geboten, die sodann unseren Zug in gemächlichem Nebenbahntempo über die ehemalige Kleinbahn Kiel – Schönberg zog. So war für eine umsteigefreie Verbindung bis zum Bahnhof Schönberger Strand gesorgt. Welche unserer Fahrten bietet auf einer solch relativ kurzen Fahrtstrecke eine derartige Vielfalt von Eisenbahnerlebnissen? 

Für den 24. Juli war in Programm der DB-Nostalgiereisen eine sehr spezielle Fahrt angeboten worden, welche von Hamburg Hbf über Güstrow nach Neubrandenburg führen sollte. Bei der Planung des Fahrtenprogramms waren sich sicherlich alle Beteiligten im Klaren darüber, dass diese Fahrt kein „Selbstgänger“ werden würde. Daher haben wir seitens unseres Vereins die aufwendige Vorbereitung hierzu sehr viel Freizeit investiert, um so immer noch einen akzeptablen Kostendeckungsgrad herbeizuführen. In einer groß angelegten Aktion wurde ein ansprechendes Werbeplakat entworfen, hergestellt und breit gestreut, das gesamte Zugpersonal erklärte sich bereit, den Dienst an jenem 24. Juli in der Freizeit zu leisten. Dennoch wurde diese Fahrt bei einem Buchungsstand, welcher allemal noch hätte gesteigert werden können, ohne Rücksprache mit unserem Verein von der DB kurzfristig abgesagt. Es dürfte nachvollziehbar sein, dass diese Entscheidung zu einer Verstimmung zwischen den ansonsten sehr konstruktiv kooperierenden Parteien DB und REF geführt hat, welche erst durch ein persönliches Gespräch mit dem Leiter DB Nostalgiereisen Herrn Rethorn beigelegt werden konnte. 

Die Absage der Neubrandenburg-Fahrt führte leider auch zu einer sechswöchigen Stillstandszeit der 012 100-4 mitten in der Urlaubs- und Ferienzeit, als nächster Einsatz stand für unsere Lokomotive die Wiederholung des „Schimmelreiter" am 21. August auf dem Programm, wenn auch nicht als Kopie der Fahrt am 20. Mai, sondern in betrieblich etwas geänderter Form. Bedingt durch Bauarbeiten auf dem Bahnhof Sternschanze verkehrte der „Schimmelreiter" diesmal ab und bis Hmb.-Altona, was als „klassisch" zu bewerten ist, denn die Schnellzüge von und nach Westerland/Sylt wurden früher i.d.R. immer in Hmb.-Altona umgespannt.

Nach dieser ebenfalls sehr erfolgreichen Fahrt auf einer ihrer ehemaligen „Hausstrecken" wurde die 012 100-4 auf einen mehrwöchigen auswärtigen Einsatz im Süden unserer Republik vorbereitet.

Mitten in der Nacht vom 03. zum 04. September ging die Reise los neben der 012 100-4 hatten wir die 215 122-3 auf der Leerfahrt von Neumünster nach Hamburg mitgeführt. Bei dieser Lokomotive war die Revision des Heizkessels fällig, welche im Bw Nürnberg Hbf ausgeführt werden sollte. Auf dem Betriebsbahnhof Langenfelde war der Sonderzug Hannover – Meiningen bereits gebildet und fuhr schließlich als Lr 92649 um 02:26 Uhr mit folgender Bespannung Richtung Hannover ab: Vorspannlok 103 233-3, Zuglok 012 100-4 und Schlusslok 215 122-3! Mit einem langgezogenen Pfiff verabschiedeten sich bei dieser ungewöhnlichen Zugfahrt unsere Lokführer von dem Fahrdienstleiter des Stellwerks „Stz" in Hamburg=Sternschanze. Der Lr 92649 war der letzte Zug, der an dem berühmten Reiterstellwerk vorbeifuhr und von dessen Fahrdienstleiter das Signal auf „Fahrt" gestellt bekam. Unmittelbar nach Durchfahrt unseres Zuges wurde „Stz" abgeklemmt und die Betriebsstelle „Sternschanze" als Bahnhof aufgelassen. Inzwischen ist der fast 100 Jahre alte Backsteinbau, Motiv auf unzähligen Eisenbahnfotos, der Abrissbirne zum Opfer gefallen…

Nach frühmorgendlicher Ankunft in Hannover wurde die 103 vom Zug abgekuppelt, die 012 mit Wasser versorgt und das Getriebe der 215 auf „Schleppfahrt" umgeschaltet. An einem typischen Altweibersommermorgen verließen wir mit unserem gut besetzten Sonderzug die Leinemetropole. Unser Ziel: Das Dampflokwerk Meiningen, welches zum 10. Mal zum großen Dampflokfest eingeladen hatte. Bei dichtem Nebel fuhren wir zunächst auf der unserer Lokomotive bestens vertrauten Nord-Süd Strecke über Elze, Kreiensen (wo sich der Nebel langsam auflöste) Northeim und Göttingen bis Eichenberg=Kurve. Nicht weiter der Nord-Süd Strecke, dafür aber der Leine bis fast an die Quelle dieses Flusses folgend erreichten wir nach 159 Kilometer flussaufwärtiger Fahrt Leinefelde. Zur Qual wurden die letzten 40 Kilometer dieser Etappe, denn der Fahrdienstleiter in Friedland stellte ohne nachvollziehbaren Grund das Ausfahrsignal auf „Rot", in Folge dessen unser Zug zum Halten kam und in der Steigung neu anfahren musste. Nebenbei bemerkt: Aus dem Fenster des Stellwerks grüßte nicht (erkennbar) der Fahrdienstleiter, dafür jedoch eine Schar von Fotografen…)

Durch den außerplanmäßigen Halt in Friedland entstand eine Verspätung bei der Ankunft in Leinefelde von 12 Minuten, die sich bis Mühlhausen, wo ein Wasserhalt eingeplant war, wegen der Betriebsführung auf der nunmehr eingleisigen Strecke auf ca. 30 Minuten erhöht hatte. Im weiteren Fahrtverlauf konnte zwar bis Gotha die eine und andere Minute wieder aufgeholt werden, doch in Wutha, dem letzten Bahnhof vor Eisenach, zeigte das Ausfahrsignal wiederum „Hp 0", und zwar für fast 70 Minuten!!! Als Grund gab der Fahrdienstleiter an, der Bahnhof Eisenach sei wegen der zahlreichen Dampfsonderzüge nach Meiningen überlastet. An eine planmäßige Ankunft in Meiningen war nicht mehr zu denken. Nach einer brachialen Bergfahrt von Eisenach bis Förtha wurde unser Zug an fast jedem Bahnhof längere Zeit aufgehalten was von den meisten unserer Fahrgäste verständlicherweise als Zumutung empfunden wurde. Mit Freigetränken aus unserem Speisewagen wurde versucht, den Ärger der Fahrtteilnehmer in Grenzen zu halten…

In Meiningen angekommen, begaben wir uns mit der 012 100-4 ins Dampflokwerk, denn seit der Durchfahrt in Gothe schlug einer der sechs Auspuffschläge pro Kolbenhub unüberhörbar lauter, als die übrigen fünf. Da wir abends nach Nürnberg ohnehin „nur" als Vorspannlok eingesetzt werden sollten, legte der Betriebsleiter DB Nostalgiereisen Jörg Sekund fest, die Lokomotive für eine Schieberuntersuchung in Meiningen zurück zu lassen. Die Diagnose am übernächsten Tag ergab dann auch, dass am mittleren Kolbenschieber drei Schieberringe gebrochen waren. Am Freitag, dem 10. September konnten wir den „Patienten" wieder abholen und nach Nürnberg überführen, wo die Lokomotive seit mehr als 5 Jahren wieder einmal in ihrer ersten und langjährige Heimatdienststelle nach der Wiederinbetriebnahme 1985 untergebracht wurde.

Im Rahmen des DB-Nostalgieprogramms stand bereits am Folgetag eine Fahrt zum Süddeutschen Eisenbahnmuseum Heilbronn, welches sich im dortigen ehemaligen Bahnbetriebswerk etabliert hat, auf dem Programm. Der Fahrtverlauf führte auf der Hinreise zunächst nach Würzburg, wo der Zug Kopf machte und die Lokomotive auf der Drehscheibe gewendet wurde. Weiter ging es über Lauda, Osterburken und Bad Friedrichshall-Jagstfeld nach Heilbronn. Mehreren tausend Besuchern konnten, nachdem unsere 012 in das Bw eingerückt war, gleich drei Lokomotiven der Baureihe 01.10 Öl nebeneinander präsentiert werden, denn die 012 100-4 (01 1100) wurde äußerst fotogen zwischen ihre Schwestern 01 1081 (012 081-6) und 01 1104 (012 104-6) eingereiht. Wegen einer Streckensperrung bei Öhringen musste für die Rückfahrt ein Umweg über Ludwigsburg in Kauf genommen werden. Von dort aus fuhren wir durch Backnang, Schwäbisch Hall – Hessenthal, Crailsheim und Ansbach zurück nach Nürnberg.

Eine Woche später, am 18. September fand eine ebenfalls sehr gelungene Fahrt nach Regensburg statt. Hinzu fuhren wir durch das Pegnitztal, über Amberg und Schwandorf, retour direkt über Neumarkt. Beide Strecken, insbesondere aber der „Aufstieg aus dem Donautal" zwischen Regensburg Hbf und dem Bahnhof Parsberg forderten der 012 100-4 übrigens (zur Freude unserer Fahrgäste und des Lokpersonals) eine beachtliche Leistung ab.

Gerne hätten wir unserer 012 noch weitere Einsätze in Franken gegönnt, doch leider hieß es schon am 01. Oktober wieder Abschied in Nürnberg nehmen. Die Kesselrevision an unserer 215 122-3 war inzwischen auch vorgenommen worden, und so wurden beider Lokomotiven zusammengekuppelt und unter Führung der Dampflok als Lz 93660 über Ansbach, Würzburg, Sterbfritz (!!!) und Fulda in Richtung Hamburg abgelassen. In Göttingen stellte das Lokpersonal eine unzulässig große Erwärmung des rechten Lagers an der Adamsachse fest, so dass von einer Fortführung der Fahrt bis in das noch 300 km entfernte Hamburg abgesehen wurde. Stattdessen vereinbarten wir mit der „Railion Deutschland AG", den kompletten Radsatz auf der Achssenke in Seelze auszubauen. Nachdem der defekte Radsatz per LKW nach Meiningen transportiert, dort instandgesetzt und in Seelze wieder eingebaut wurde, konnte die 012 ihre Fahrt nach Neumünster wieder fortsetzen. Für die Themenfahrt am 02. Oktober von Itzehoe nach Schwerin musste kurzfristig die Museumslok 110 348-0 einspringen.

Im Oktober standen einige Charterfahrten im Zusammenhang mit der Präsentation des Kinofilms „Polarstern" für die 012 100-4 auf dem Programm, welche jedoch allesamt nach mehrmaligen Umbestellungen abgesagt wurden. Wir sahen das letztlich mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge, denn es stand im Raum, unsere einmalig schöne 012 äußerlich zu „veramerikanisieren", d.h. mit megagroßen Kuhfängern und ebensolchen Scheinwerfern an der Rauchkammer auszustaffieren. Bei insgesamt drei durchweg gut gelungenen Nikolausfahrten konnte die Lokomotive schließlich auch ohne Prominenz aus Hollywood zeigen, zu was sie in der Lage ist. Am 27.11. ging es wie bereits im Vorvorjahr zum Weihnachtsmarkt nach Bremen, hinzu in zügiger Fahrt über die Rollbahn, zurück beschaulich durch die Heide über Langwedel – Soltau (Han) und Buchholz in der Nordheide. Über Nacht wurde die Lok nach einer Wendefahrt über Wilhelmsburg und Rothenburgsort im ehemaligen Bahnbetriebswerk Hamburg Hbf abgestellt, um gleich am nächsten Morgen nach Schwerin aufzubrechen, wo ein ebenfalls attraktiver Weihnachtsmarkt viele Fahrgäste zum Einsteigen in unseren Sonderzug bewogen hat. Für Lokführer Leo Walter war der Dienst an diesem Tag der letzte nach mehr als 43 Dienstjahren. Fahrgäste und Kollegen verewigten sich mit ihrer Unterschrift auf einem Original-Lokschild der 012 100-4, welches Fritz Wolff unserem langjährigen Vereinsmitglied im Beisein seiner Familie nach abendlicher Ankunft in Hamburg Hbf feierlich überreichte.

Die letzte Zugleistung in 2004 hatte unsere 012 schließlich am 04. Dezember vor einem 9-Wagen Zug von Hamburg Hbf über die Güterumgehungsbahn, Pinneberg, Elmshorn, Wrist (Wasserhalt), Neumünster, Kiel=Meimersdorf und Plön nach Lübeck zu erbringen. Die Rückfahrt erfolgte über Bad Oldesloe und wiederum Hamburg Hbf in Durchbindung bis nach Neumünster. Bei der Vermarktung dieses Zuges, der von unserem Verein bei der DB gechartert war, unterstützte uns auf sehr professionelle Weise die Firma S.W.A.M.P. aus Hamburg, mit der Folge, dass die Fahrt von mehr als 650 (!!!) Personen gebucht wurde und so auch kommerziell zu einem großen Erfolg für alle Beteiligten (DB, Verein und S.W.A.M.P.) führte.

Am Sonntag dem 05. Dezember fand das traditionelle Weihnachtsfest im Bw Neumünster statt, bei dem die 012 unter Dampf zu bewundern war. Zum eigentlichen Nikolaustag am 6. Dezember hatten wir noch einen Kindergarten aus Neumünster zu Gast. Die Kleinen wurden „standesgemäß" mit der 012 und unserem Speisewagen vom Bahnhof abgeholt und in den Standort des DB Museums „chauffiert", das ganze bei Spaghetti mit Tomatensauce, Kakao, Keksen und Schokoladenweihnachtsmännern. Nachdem die Kiddies brav „Tschüss" gesagt hatten, ging es gegen Nachmittag auf große Reise, denn das DB Museum hat beim Dampflokwerk Meiningen die vorgezogene Kesselhauptuntersuchung für die 012 100-4 in Auftrag gegeben. Bis Göttingen war an diesem Tag der Fahrplan eingelegt, unsere Lokführer Bodo Gifhorn und Thomas Boldt wurden begleitet von den Vereinsmitgliedern Eike Snoyek und Olaf Zwandulla. Nach einer „Übernachtung" im schneidend kalten Speisewagen (Ölheizung defekt!), welcher quasi als Begleiterwagen mitlief, erreichte unsere Lokomotive am Folgetag gegen 11:00 das für sie seit nunmehr 12 Jahren zuständige Unterhaltungswerk in Thüringen.

Für das Neue Jahr 2005 steht ein weitaus umfangreicheres Programm als 2004 an und unser Verein teilt mit der DB die Hoffnung, dass es dadurch insbesondere durch die Forcierung des Marktsegmentes „Charterfahrten" und einem verbesserten Marketing des Produkts „DB-Nostalgiereisen" zu einer deutlich höheren Jahreskilometerleistung kommen wird, als in diesem Jahr, wo lediglich 9681 Km gefahren wurden. Aber, und das sollte uns alle zufrieden stimmen: Das ganze bei nur einer einzigen technischen Störung…

 

Fahrten 2003

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2003

(Autor: Volker Siewke)
012 100-4 legt mit Transitzug 13614 Kilometer zurück Nachdem die 012 100-4 in der Nacht vom 14. zum 15. Dezember 2003 von Neumünster nach Meiningen überführt wurde, um im dortigen Dampflokwerk neben der Umrüstung auf die Zugsicherungsanlage PZP 90 einige Bedarfsreparaturen und Fristarbeiten über sich ergehen zu lassen, dürfte ein Rückblick auf das Fahrtenprogramm 2003 unserer Lokomotive inklusive des Transitzuges mit dem MITROPA-Speisewagen an dieser Stelle erlaubt sein. Und ebenso ein vorsichtiger Ausblick auf das kommende Jahr.

Begonnen hatten wir die Saison 2003 am 15. Februar mit einer Harzfahrt ab Hannover, die über Hildesheim, Goslar und Halberstadt zur Selketalbahn nach Gernrode führte. Ab Gernrode wurden unsere Fahrgäste mit dem Traditionszug der „Harzer Schmalspurbahnen“ (HSB) nach Alexisbad befördert, wobei die Malletloks 99 5901 und 99 5906-5 zum Einsatz kamen.

Am darauf folgenden Wochenende haben wir die 012 100-4 aus gegebenen Anlass in das authentische Outfit der 60`er Jahre versetzt. Beschildert als „01 1100“, „BD Kassel“ und „Bw Kassel“ befuhr die Lokomotive eine ihrer ehemaligen Stammstrecken, die Nord-Süd Strecke von Hannover nach Kassel Hbf und zurück. Im Anschluss daran ging es als Leerfahrt retour nach Neumünster. Bevor die Lok für einige Wochen zum Bw Oberhausen=Osterfeld Süd umstationiert wurde, fand am 29. März zum Saisonstart in Norddeutschland eine Fahrt von Hamburg Hbf nach Eckernförde statt. Sie führte auf der Hinfahrt über Kiel Hbf und Tender voraus nach Eckernförde. Unter Umfahrung des Kieler Hbf ging es zurück über Meimersdorf auf direktem Weg nach Hamburg. Die Übergabe der 012 an die Kollegen aus dem Ruhrgebiet vollzog sich anlässlich einer Sonderfahrt von Hamburg Hbf nach Hameln am 30. März. Während die 012 von Hameln einen Sonderzug nach Düsseldorf bespannte, wurden unsere Fahrgäste von Lokführer Toralf Staub und der 103 184-8 zurück nach Hamburg befördert.

Am 6. Mai konnten wir die 012 100-4 in Hannover wieder in Empfang nehmen. Im Anschluss an eine Fahrt vom Messebahnhof Laatzen nach Hannover Hbf mit einem kurzen Zug, in dem die leibhaftigen Figuren aus der Sesamstrasse untergebracht waren, fuhren wir Lz nach Neumünster. Nach knapp zweiwöchiger Standzeit, die genutzt werden musste, um die defekte Kolbenspeisepumpe gegen die der 042 271-7 zu tauschen, kam die 012 100-4 vor dem von unserem Verein organisiertem Sonderzug „Hermann Löns“ von Kiel Hbf nach Soltau (Han) und zurück zum Einsatz. Auf der Hinfahrt wurde die landschaftlich einmalig schöne Strecke über Plön – Lübeck – Ratzeburg – Mölln – Büchen – Lauenburg nach Lüneburg gewählt, zurück ging es traditionell über die Heidebahn und Hamburg Hbf. Diese gelungene Himmelfahrtstour wurde übrigens vom NDR-Fernsehen begleitet.

Die nächste Fahrt war dann der Schimmelreiter am 01. Juni, der ursprünglich nach Westerland/Sylt verkehren sollte, aufgrund der dichten Fahrplanlage zwischen Niebüll und Westerland jedoch nach Dagebüll=Mole umgeleitet werden musste. Ab Niebüll übernahm eine V-Lok der Nordfriesischen Verkehrsbetriebe AG den Zug, in Dagebüll=Mole bestand Schiffsanschluss nach Wyk auf Föhr. Um die 012 100-4 für die Rückfahrt drehen und restaurieren zu können, wurde die Lokomotive mit Autozügen nach Sylt und retour gebracht. Auf der Rückfahrt hatte die Maschine dabei als Vorspannlok die gesamte Zugleistung des 654 Meter langen aus 100 Achsen bestehenden und 1189 Tonnen schweren AE 13551 zu übernehmen, wobei aufgrund von Zugkreuzungen in Keitum, Klanxbüll und Lehnshallig angehalten und wieder neu angefahren werden musste. Da zu diesem Zeitpunkt die Kanalhochbrücke Hochdonn noch nicht wieder für die Baureihe 01.10 freigegeben war, konnte der „Schimmelreiter“ südlich von Heide (Holst) nicht über seine Stammstrecke geführt werden, sondern befuhr die topografisch nicht minder anspruchsvolle und landschaftlich sehr schöne Strecke Heide (Holst.) – Neumünster.

Am 14. Juni stand eine Fahrt von Hamburg Hbf nach Rostock = Lütten Klein zum Besuch der „Internationalen Gartenschau“ (IGA) auf dem Programm. Leider erlitt die 012 100-4 auf der Rückfahrt in Hamburg-Bergedorf in der Form einen Schaden, dass das hintere Lager der mittleren Treibstange ausbrach. Unsere Fahrgäste konnten mit der S-Bahn Hamburg Hbf erreichen, die Dampflok schleppten wir mit einer E-Lok nach Hmb.-Eidelstedt, wo das defekte Lager ausgebaut und Technikern des Dampflokwerkes Meiningen zur Instandsetzung übergeben wurde. Am Dienstag dem 17. Juni fuhren wir die 012 mit lahmgelegtem mittlerem Triebwerk ins Bw Neumünster, wobei die V 200 007 Vorspanndienste leistete. Nach Wiedereinbau des instandgesetzten Lagers wurde am 26. Juni eine Probefahrt von Neumünster nach Wrist und zurück durchgeführt. Bei 5 Wagen Anhängelast und 140 km/h konnte der Eisenbahn-Betriebsleiter Dipl. Ing. Jörg Sekund das einwandfreie Funktionieren des Lagers attestieren. Zwei Tage später fuhr die Lokomotive störungsfrei mit einem Sonderzug von Hamburg Hbf nach Berlin und zurück.

Zwischenzeitlich erreichte uns eine schlechte, aber auch eine ausgesprochen gute Nachricht: Während die DB Netz AG ein Fahrverbot auf der Klappbrücke Lindaunis (Strecke Kiel – Flensburg) für die Baureihe 01.10 erteilte, hob das Wasserstraßen-Maschinenamt Rendsburg ein solches für die Kanalbrücken Hochdonn und Rendsburg nach vorangegangenen Instandsetzungsarbeiten an diesen Bauwerken wieder auf! Somit konnte die traditionelle Fahrt zum Flensburger „Dampf rundum“ am 12. Juli über die Rendsburger Hochbrücke stattfinden. Viele Eisenbahnfreunde fanden dabei die Zugbegegnungen mit der 18 201 vom Bw Halle P hochinteressant, schade, dass uns die Hallenser Lokführer nicht eines Blickes gewürdigt und unsere Grüße nicht erwidert haben.

Am 26. Juli fand wie in jedem Jahr eine Fahrt von Hamburg Hbf nach Puttgarden statt. Zum Glück war es nochmals möglich, das Gleisdreieck Burg=West zu befahren, so konnte die 012 ihren Zug sowohl auf der Hin-, als auch auf der Rückfahrt in Vorwärtsstellung bespannen. Am 3. August ging es dann noch einmal nach Westerland/Sylt. Zwar stand an diesem Tag eine Trasse von Niebüll nach Westerland zur Verfügung, diese lag jedoch so früh, dass der „Schimmelreiter“ auf der Hinfahrt zwischen Hamburg Hbf und Heide (Holst) mit der V 200 007 bespannt wurde, um dort auf die leer von Neumünster zugeführte 012 100-4 zu wechseln. Die Rückfahrt fand aber klassisch über Niebüll – Husum – Heide (Holst.) und Itzehoe statt. Eine ganz besondere Fahrt stand am Wochenende 16./17. August auf dem Programm: Wir besuchten das DSB-Museum in Odense auf der Insel Fünen. Von Hamburg Hbf bis in den Grenzbahnhof Padbord bespannte die 012 100-4 den Zug, am Schluss lief die V 200 007 leer mit. Da in Dänemark Schlussloks nicht erlaubt sind, musste die V 200 in Padborg während des Wasserhaltes an die Zugspitze umrangiert werden, die 012 wurde als Vorspannlok davor gekuppelt und durfte mit einer Ausnahmegenehmigung an der Spitze dieses Zuges unter Umfahrung des Bahnhofs Fredericia bis Odense fahren. Im dortigen Eisenbahnmuseum hatte man uns einen großartigen Empfang bereitet. Olaf T. Skov, DSB-Eisenbahner mit Leib und Seele, war die Durchführung dieser Fahrt in besonderem Masse zu verdanken. Während der Sonderzug am Abend des 16. August wieder zurück nach Hamburg fuhr (bis Padborg wurden der V 200 007 nicht weniger als 3 historische Dieselloks der Baureihe „My“ vorgespannt, die Diesel-Fans hatten bei der ohrenbetäubenden Ausfahrt in Odense eine Gänsehaut bekommen…), verblieb die Dampflok inmitten zahlloser Gleichgearteter auf Fünen und bespannte sogar insgesamt vier Pendelzüge zwischen Odense und Nyborg. Am Sonntag wurden wir dann von einer „My“ Tender voraus bis Fredericia und von dort vorwärts nach Padborg geschleppt. Hier trennten wir uns von unserer dänischen Vorspannlok und setzten die Leerfahrt nach Neumünster alleine fort. Zu erwähnen sei noch, das unser dänischer Lokführer-Kollege John Armstrong die 012 100-4 während des gesamten Dänemark-Einsatzes äußerst professionell und gekonnt gefahren hat. Ledermütze ab, John!!!

Zwei nicht-öffentliche Fahrten fanden ebenfalls noch im Monat August statt. Am 28. befuhr die 012 100-4 dabei ungewohntes Terrain: Mit einem Sonderzug zum „ZDF-Hansetreff“ ging es ab Hamburg=Altona über Dammtor und Hamburg Hbf nach Hamburg=Süd und weiter auf den Gleisen der Hamburger Hafenbahn über Wilhelmsburg auf die Peute in das Fabrikgelände der Norddeutschen Affinerie. Am Tag darauf hatten wir die Ehre, anlässlich einer Loktaufe der Firma LDS in Eutin die Festgesellschaft mit zwei Speise- und einem Gesellschaftswagen von Eutin über Kiel=Meimersdorf nach Hamburg und abends von Hamburg über Lübeck zurück nach Eutin zu befördern. Auch wenn dieser 29. August total verregnet war, hat diese Fahrt bei unseren Gästen großen Anklang gefunden. Und wenn die Fahrgäste zufrieden sind, sind wir das automatisch auch. Leider musste die für den 30. August geplante Sonderfahrt von Hamburg nach Stralsund mangels Buchungen ausfallen, sie wird aber im nächsten Jahr wieder angeboten.

Am 20. September wurde bundesweit der „Bahntag“ durch die Deutsche Bahn AG gefeiert, in Neumünster sowohl im DB-Ausbesserungswerk, als auch bei uns im DB-Museum. Natürlich kam aus diesem Anlass die 012 100-4 zum Einsatz, sie bespannte einen Sonderzug von Neumünster nach Hamburg-Eidelstedt, wo das ICE-Werk zur Besichtigung geöffnet war. Für dessen Besucher fuhr die 012 mit dem Transitzug einmal um die Stadt, sprich: von Eidelstadt über Lokstedt, Barmbek, Horn, Rothenburgsort, Hauptbahnhof, Dammtor und Langenfelde zurück nach Eidelstedt. Danach ging es in flotter Fahrt retour nach Neumünster. Am Folgetag stand noch eine Themenfahrt von DB Nostalgiereisen auf dem Programm, es ging von Hamburg Hbf über Lübeck nach Kiel. Während von dort aus eine rumänische Tenderlok den Sonderzug zum Schönberger Strand und zurück beförderte, fuhr die 012 Lz ins Bw Neumünster, um restauriert und gedreht zu werden. Schließlich kam 012 100-4 am 11. Oktober noch vor dem Transitzug von Hamburg Hbf nach Bremerhaven zum Einsatz. Hier übernahm eine V 36 den Zug und führte ihn weiter nach Bad Bederkesa. Auf der Rückfahrt konnte die 012 auf der Rollbahn zwischen Bremen und Hamburg „artgerecht gehalten“ werden…

Dieser Fahrt schloss sich eine siebenwöchige Pause für unsere 01.10 an, welche für diverse Pflege-, Wartungs- und Reparaturarbeiten genutzt wurde. Danach standen am Wochenende 29./30. November gleich zwei Nikolausfahrten an. Mit 9 Wagen ging es am 29. November von Hamburg Hbf über Büchen, Schwerin und Bad Kleinen zum Weihnachtsmarkt nach Wismar. Nach einem mehrstündigen Aufenthalt bespannte die 012 100-4 den Zug zunächst Tender voraus bis nach Lübeck, um von dort aus in Vorwärtsstellung über Bad Oldesloe nach Hamburg zu fahren. Dort kam es noch zu einer durch umfangreiche Bauarbeiten bedingte Umleitung: Unser Zug konnte nicht direkt in den Hamburger Hbf geleitet werden, sondern musste zunächst über Hmb.-Rothenburgsort und Veddel nach Hmb.-Harburg geführt werden. Dort gab es wiederum einen Lokumlauf und der Zug durchfuhr ohne Bahnsteigberührung Hamburg Hbf, um schließlich für unsere Fahrgäste in Dammtor zu enden. Als Leerreisezug ging es sodann weiter nach Langenfelde, die Lokomotive konnte über Nacht im Bw Hmb.-Eidelstedt abgestellt werden. Immerhin hatte dieser Fahrtrichtungswechsel den Vorteil, dass die Dampflok für die Fahrt am Folgetag in korrekter Fahrtrichtung stand.

Die Fahrt am 30.11. begann für unsere Fahrgäste ebenso wie für das Zugpersonal äußerst erfreulich: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und bestem Sonnenwetter startete der Zug planmäßig am späten Vormittag in Hamburg Hbf. Wiederum wegen umfangreicher Bauarbeiten konnte uns von DB Netz keine Fahrplantrasse auf der gewünschten Strecke über Lüneburg nach Uelzen zur Verfügung gestellt werden, stattdessen wurden wir über die Heidebahn Buchholz (Nordh.) – Soltau (Han) umgeleitet. Im weiteren Tagesverlauf verschlechterte sich das Wetter zunehmend, zum Nachmittag setzte in relativ dichtem Nebel noch Nieselregen ein, sodass es allenfalls im dampfgeheizten Abteil bzw. im MITROPA-Speisewagen erträglich auszuhalten war. Um die Dampflok für die Rückreise, welche ebenfalls über die Heidebahn verlief, drehen zu können, legte DB-Nostalgiereisen während der Aufenthaltszeit in Uelzen noch eine Pendelfahrt nach Soltau (Han) u.z. ein. In Soltau (Han) bestand die Möglichkeit, die Lokomotive auf der noch intakten Drehscheibe der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) zu wenden. Insbesondere für das Lokpersonal waren die insgesamt vier Fahrten über den 53 Kilometer langen Abschnitt Uelzen – Soltau (Han) der ehemaligen „Amerika-Linie“ eine Tortour. Von wilder Vegetation, die Lokführer und Heizer fortwährend in ihre Gesichter schlug, völlig zugewachsen, bot die ehemals zweigleisige Hauptbahn erbärmlich schlechte Haftwerte, welche die 2 Meter Treib- und Kuppelräder allzu oft ins Schleudern geraten und die Überhitzungstemperatur kaum über 300 ° C ansteigen ließen. Erst als die Schnellzuglok in Buchholz (Nordh.) wieder auf die Rollbahn traf, konnte sie ihren konstruktiven Merkmalen und technischen Parametern entsprechend ausgefahren werden.

Als Saisonabschluss fungierte die dritte Nikolausfahrt des Jahres 2003, welche von unserem Verein bei der DB gechartert wurde und von Neumünster über Kiel=Meimersdorf und Plön nach Lübeck führte. Dort konnten die Fahrgäste den Weihnachtsmarke aufsuchen, während die 012 100-4 im Bw Lübeck ihre Wasservorräte ergänzte. Die Rückfahrt ging über Bad Oldesloe, Hamburg Hbf und Elmshorn wieder zum Ausgangsbahnhof Neumünster.

Bei allen hier aufgeführten Fahrten hat sich unser Verein nicht nur um die Zuglokomotive, sondern auch um das leibliche Wohl unserer Fahrgäste gekümmert. In der Regel kam der MITROPA-Speisewagen mit der amtlichen Bezeichnung WRm 51 80 88-70 207-2 zum Einsatz, bei einigen Fahrten wurde uns z.B. der ansonsten in Nürnberg beheimatete Vorkriegsspeisewagen WRü bzw. der historische Gesellschaftswagen (gerne und zutreffend „Thekenwagen“ genannt!) zugeteilt. Dreimal war unser MITROPA-Wagen in Züge eingereiht, die nicht mit der 012 100-4 bespannt waren. So am 3. Mai auf der Fahrt von Hamburg nach Wolsztyn in Polen, wo sich die Lübecker V 200 007 und die in Berlin stationierte 52 8177-9 als Zuglok abwechselten. Am 28. September wurde der Speisewagen in die „Sylter Welle“, ein sonntäglich verkehrendes RE-Paar von Kiel nach Westerland/Sylt zur Bewirtung der leider nicht allzu zahlreich vorhandenen Fahrgäste eingestellt. Absolutes Highlight dürfte ein Einsatz der WRm am 4. Oktober gewesen sein. Da hat es das Fahrzeug samt Mannschaft aus Neumünster bis nach Innsbruck in Österreich verschlagen. Auf der Karwendelfahrt kamen dabei die E 94 579 und die 41 018 zum Einsatz. Die Fahrgäste konnten zwischen bayrischem Leberkäse und Matjes nach Hausfrauenart ebenso wählen, wie zwischen Franziskaner Weißbier und Holsten Pilsener. Da hatten Chefkoch Bodo und sein bewährtes Team schon für gesorgt…

Einschließlich der Überführungsfahrt nach Meiningen hat die 012 100-4 im Jahr 2003 unter der gemeinsamen Regie von DB Nostalgiereisen und dem Verein „RENDSBURGER EISENBAHNFREUNDE E e.V.“ insgesamt 13614 Kilometer zurückgelegt. Abgesehen von dem Lagerschaden, welcher am Abend des 14. Juni auf der Rückfahrt von Warnemünde in Hamburg-Bergedorf aufgetreten war, lief die Maschine völlig störungsfrei. Zum Anheizen der 012 100-4 kam die im Bw Neumünster stationierte 216 221-2 des DB Museums zum Einsatz.

Für das Jahr 2004 hat sich die Mannschaft „DB Nostalgiereisen“ um dessen Leiter Claus Rethorn wieder ein sehr interessantes Programm ausgedacht. Auf der Rücküberführung von Meiningen nach Neumünster wird die 012 in Hannover eine mehrwöchige Zwischenstation einlegen und von dort aus die Ziele Gernrode, Paderborn und Münster (Westf.) anlaufen. Bei uns in Norddeutschland werden Klassiker wie „Schimmelreiter“ und „Zugvogel“ ebenso wieder aufgelegt, wie Fahrten nach Stralsund, Berlin und Schwerin. Hinzukommen werden Touren nach Neubrandenburg und Bruchhausen=Vilsen. Im Spätsommer wird die 012 100-4 ein weiteres Mal von Hannover aus zum Einsatz kommen und zwar nach Dessau, sowie zu den 10. Meininger Dampfloktagen. Diesem schließt sich eine Visite in Nürnberg an, es ist gut, wenn unsere Lokomotive dann und wann bei ihrer obersten Dienststelle vorstellig wird. Das genaue Fahrtenprogramm ist für das erste Halbjahr in einem umfangreichen Prospekt zusammengefasst worden, welcher unter der bekannten Buchungsnummer des DB Museums 01804 / 44 22 33 abgefordert werden kann.

Nachdem sich die diesjährigen Fahrgastzahlen in den von der 012 100-4 bespannten und aus unserem MITROPA-Speisewagen bewirtschafteten Züge erfreulich fortentwickelt haben und die Motivation der Aktiven im Bw Neumünster ungebrochen ist, verspricht das Jahr 2004 für Mensch und Maschine ein ähnlich gutes, wie das zu Ende gehende zu werden.

Fahrten 2002

Jubiläums-Sonderfahrten nach Soltau 2002

Am 8.9.2002 um 8:20Uhr verließ der erste Zug bestehend aus Lok 41 360 mit fünf einheitlich ozeanblau/beige-farbenen Reisezugwagen (BDms, Bm) und einem grünen Postwagen Neumünster in Richtung Hamburg Hbf. Zehn Minuten später folgte der zweite Zug mit 012 100-4 mit vier einheitlich grünen Reisezugwagen ( Bm, Ayl) und dem roten Mitropa-Speisewagen WRm. In Wrist war dann die erste Überholung angesagt. Mit 120 km/h donnerte die 012 100-4 am ersten Zug vorbei. In Hamburg Hbf stand 012 100-4 auf Gleis 12 und musste vor der Weiterfahrt erst Wasser fassen. (41 360 hat zusätzliche Wassertanks im Postwagen) Sodann folgte in Hamburg-Harburg eine schöne Parallellausfahrt. Hier trennten sich die Wege, 41 360 mit ihrem Zug fuhr auf der Strecke Lüneburg – Uelzen nach Soltau und der Zug mit 012 100-4 fuhr über Bremen nach Soltau. Unterwegs wurde den Reisenden noch so einiges geboten: Fotohalte in Langwedel und Visselhövede inklusive Scheinanfahrt für den ersten Zug und Fotohalt mit Scheinanfahrt auf der OHE-Strecke Lüneburg-Soltau in Hützel. In Soltau konnten dann, um den Zug zu vereinen ausgiebige Rangiermanöver beobachtet werden. Außerdem bekamen wir Besuch von einem Ameisenbär in Gestalt eines Wismarer Schienenbusses. Auf der Rückfahrt mit Doppeltraktion wurden noch zwei Fotohalte in Schneverdingen und Hamburg-Harburg eingelegt. Die Stimmung in beiden Zügen war sehr gut. Die Ankunft in Neumünster wäre fast planmäßig gewesen, wenn wir nicht noch in Tornesch wegen eines verspäteten IR eine Überholung gehabt hätten. Die Zusammenarbeit mit den „Oberhausenern“ klappte übrigens hervorragend. Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir uns sehen.

 

Ausfahrt_Harburg.JPG
Die beide Sonderzüge im Bahnhof Harburg.

BfHuetzel.JPG
Die beiden Züge im Bf-Hützel bei der Sonderfahrt 08.09.2002.

Soltau01.JPG
Hier der vereinigte Zug in Soltau. Jetzt sind beide Loks vorgespannt.

FeuerwerkNMS.JPG
Ein schöner Ausklang wurde uns dann von der Stadt Neumünster geboten.
Das Feuerwerk fand nicht wegen unserem Jubiläum statt, "obwohl wir es auch verdient hätten 😉 " sondern wegen einer anderen Veranstaltung.